Österreichische Akzeptanz-Studie zum Ebergeruch

20.07.2012: Seit geraumer Zeit steht die betäubungslose Ferkelkastration aufgrund des damit verbundenen Tierleids der Ferkel in breiter öffentlicher Diskussion. Fakt ist, dass die Zeiten der betäubungslosen Ferkelkastration früher oder später vorbei sind. Vor einer Umsetzung der Ebermast ist es jedoch notwendig, die Akzeptanz von Eberfleisch durch die KonsumentInnen zu untersuchen. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Österreich hat daher eine Doppel-Blind-Degustation durchgeführt.

Eine repräsentative Verkostung (750 KonsumentInnen) von

  • Eberprodukten (stark geruchsbelastete Masteber, mäßig geruchsbelastete Masteber, geruchlich unauffällige Masteber) im Vergleich zu Kontrollprodukten (Kontrollgruppe Sau, Kontrollgruppe Kastrat) wurde durchgeführt, wobei alle Produktvarianten nach typisch österreichischen Rezepturen hergestellt wurden.
  • Darüber hinaus wurde ein Geruchstest auf Androstenon-Empfindlichkeit der befragten KonsumentInnen vorgenommen.

Die Ergebnisse der Verkostungsreihen müssen vorsichtig interpretiert werden. Positiv zu bewerten ist, dass es insgesamt keine eindeutigen Hinweise darauf gibt, dass androstenonsensible Personen geruchsbelastetes Eberfleisch verstärkt wahrnehmen und etliche Produktvarianten aus Eberfleisch sehr gut von den KonsumentInnen angenommen werden.

Es gibt zwar noch einige nicht abschließend geklärte Fragen, die Ergebnisse dieser Studie zeigen aber, dass die Thematik Ebermast bewältigbar sein kann.

Studie zur Akzeptanz von Ebergeruch von Gwendolyn Rudolph und Reinhard Geßl, Lehr- und Forschungszentrum für Landwirtschaft, Raumberg-Gumpenstein