„Facing animals“ – Aug’ in Aug’ mit Nutz- und Haustieren

Facing-Animals-Plakat-zum-FilmWarum missachten so viele Menschen das Schicksal von Millionen Tieren in der industriellen Intensivtierhaltung und verhätscheln oder gar vermenschlichen andererseits viele Haustiere? Der Film „Facing animals“ begleitet Schweine, Hühner, Rinder und Hunde durch ihren Lebensalltag mit uns Menschen – aber nicht wie so oft von oben herab oder aus Distanz, sondern konsequent auf Augenhöhe aus der Perspektive des Tieres. Küken werden auf ein Förderband geworfen, eine Frau kuschelt mit einer Kuh auf der Weide, Ferkel schreien beim Abtrennen ihres Ringelschwanzes, Hunde werden mit Weihwasser gesegnet. Der holländische Fotokünstler und Filmemacher Jan van Ijken schickt die Zuschauer auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Seine atemberaubenden, oft konfrontativen aber auch zärtlichen Bilder kommen ohne jeden Kommentar daher. Aber sie werfen viele Fragen auf und machen unmissverständlich klar, wie komplex und geradezu bizarr das Verhältnis zwischen Mensch und Tier meistens ist.

Wir haben „Facing animals“ vor Landwirten und Laien, Jugendlichen und Erwachsenen, Schülern, Studenten, Berufstätigen und Rentnern vorgeführt. Die Reaktionen waren stets ähnlich: Nach dem Abspann herrschte erst einmal minutenlanges Schweigen, dann kamen alle lebhaft miteinander ins Gespräch. „Ich habe schon viele Filme über die Verhältnisse in der Massentierhaltung gesehen, aber dieser hier ist absolut einmalig!“ so eine Studentin der Uni Freiberg. „Es ist gut, wieder vor Augen geführt zu bekommen, was wir da tagtäglich mit den Tieren tun“, kommentierte ein Landwirt. Und eine Hundehalterin wurde nachdenklich: „Eigentlich missbrauchen wir Hunde doch ähnlich für unsere Zwecke wie Schweine oder Hühner. Nur essen wir sie anschließend nicht auf.“ Der 28-minütige Dokumentarfilm ist mit deutschen Untertiteln erhältlich und für alle Altersgruppen ab 12 Jahren geeignet. Er lässt sich auch hervorragend im Unterricht oder für Veranstaltungen nutzen.

PROVIEH hat gemeinsam mit einigen niederländischen Tierschutzorganisationen (z.B. Wakker Dier) die Herstellung des Dokumentarfilmes finanziell gefördert. In Deutschland ist „Facing animals“ auf DVD für 20,- € zzgl. 4,- € Versandkosten bei www.deckert-distributions.com erhältlich.

Stefan Johnigk