"Wir haben Agrarindustrie satt!" - Demo 2013

Euro_DemoBerlin2013_Christina-Petersen21.01.2013: Am vergangenen Samstag setzten sich 25.000 Menschen für eine Wende in der Agrarpolitik ein. Anlässlich der Grünen Woche – der international wichtigsten Messe für Landwirtschaft, Gartenbau und Ernährungswirtschaft – formierte sich nun schon zum dritten Mal ein breiter Protest gegen die aktuelle Situation in der Agrarwirtschaft. Bei -7 Grad demonstrierten in Berlin Bauern, Bürger und ein breites Bündnis aus Umwelt-, Tierschutz- und Sozialverbänden unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt. Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!“.

Der Demozug vom Hauptbahnhof bis zum Kanzleramt wurde von etwa 70 Transportern und Treckern angeführt. Viele Demonstranten waren verkleidet oder trugen selbst bemalte Transparente um ihren Unmut über die agrarindustrielle Praxis zum Ausdruck zu bringen.

Die Performance von PROVIEH zeigte dieses Jahr eine "Chain-Gang". Eine große Euromünze symbolisierte den Preisdruck in der Landwirtschaft. Um die Folgen für Bauern und Tiere zu veranschaulichen, waren ein Bauer sowie als Huhn, Schwein und Kuh verkleidete Vereinsmitglieder an die Münze gekettet. Auf Schildern forderten wir dazu: „Wir brauchen Bauern. Keine Knechtschaft.“ und „Die Ketten lösen. Nutztierschutz entfesselt.“ Umgeben wurde die "Chain-Gang" von Aktiven, die als Milchkühe verkleidet waren. Sie wollten damit auf die wichtige Kampagne „Supporting better dairy“ aufmerksam machen, die eine EU-weite Richtlinie für die Haltung von Milchkühen fordert.

Chain-Gang_Demo_Berlin2013-Christina_Petersen

Im Jahr 2013 werden die Weichen für eine neue Agrarpolitik gestellt. Rund 300 Milliarden Euro Subventionen werden in den nächsten Jahren durch die Europäische Union verteilt. Die Forderungen der Demonstranten lauten daher, dieses Geld in eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft zu investieren anstatt weiterhin schwerpunktmäßig Agrarkonzerne zu fördern.

Die Profitmaximierung in der Agrarwirtschaft führt zu unhaltbaren Zuständen in der Tierhaltung, hohem Antibiotika- und Pestizid-Einsatz und bedingt unter anderem Biodiversitätsverlust, Welthunger und millionenfaches Tierleid. Dieses Vorgehen haben wir satt und deshalb danken wir allen, die dem Demoaufruf gefolgt sind und trotz eisiger Kälte mit uns demonstriert haben!

Ira Belzer