Tierschutzjubiläum endet mit Donnerwetter

18.06.2013: Am 15. Juni 2013 feierte PROVIEH – Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. sein 40-jähriges Jubiläum. „Sind wir schon museumsreif?“ fragte Deutschlands ältester und größer Fachverband für Nutztierschutz seine Gäste aus Landwirtschaft, Bürgerbewegung und Tierschutz, und lud zum Rundgang im Freilichtmuseum Molfsee. Überschattet wurde das Fest durch heftige atmosphärische Störungen.

Nach den Begrüßungsworten des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Sievert Lorenzen erläuterten sowohl der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands Werner Schwarz, als auch Michael Hettwer, Sprecher des Bürgerinitiativen-Bundesnetzwerkes „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, was sie PROVIEH für die nächsten 40 Jahre wünschen. Zu Wort kamen auch der vorwiegend konventionell wirtschaftende Schweinebauer Hubert Hümme, Milcherzeuger Jörn Sierck vom Landesteam des Bundes Deutscher Milchviehhalter sowie Demeterlandwirt Volker Kwade, 2. Vorsitzender von PROVIEH. Wer zwischen Tierschützern und Tierhaltern Streit erwartet hätte, wurde enttäuscht. Es herrschte weitgehend Einigkeit zwischen den doch sehr unterschiedlichen Parteien: „Wir müssen mit den Tierschützern an einen Tisch, um der Würde des Tieres wieder gerecht zu werden“, so Landwirt Hümme. Auch Sauenhalter Werner Schwarz begrüßte die zunehmende Annäherung. Es ginge um den Austausch zwischen allen Parteien, um etwas zum Positiven zu verändern, Streit und Missgunst bringe da nichts.

PROVIEH versteht sich als Vermittler zwischen dem Wohl der Tiere, den Landwirten und dem Lebensmitteleinzelhandel. Der Verein konnte in den vergangen Jahren etliche Erfolge vorweisen, wie zum Beispiel das Verbot der Legebatterien, der Verzicht auf die Ferkelkastration oder die Entwicklung eines Bonitierungssystems für Landwirte, um das Tierwohl ihrer Betriebe freiwillig über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus zu verbessern. „Die Ideen von PROVIEH sind zukunftsweisend“, lobt Schweinehalter Hubert Hümme. Auch Bauer Kwade schätzt die zwar leise, aber seriöse, tier- und menschenfreundliche Facharbeit von PROVIEH: „Dieser Verein schafft es, Tierschützer und Landwirte an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam etwas zu bewegen. Das ist so wichtig wie noch nie.“

Nachmittags führte der Diplom-Biologe Stefan Johnigk alle Gäste und interessierten Besucher durch das Museumsgelände, um anhand von verschiedenen „Brennpunkten“ über die aktuelle Nutztierhaltung sowie die Arbeit von PROVIEH zu berichten. Anschaulich demonstrierte er dabei die enorme Milchleistung moderner Hochleistungskühe oder die qualvolle Enge in der Masthühnerhaltung.

Zum großen atmosphärischen Knall kam es im Anschluss an die Museumstour: Ein gewaltiges Gewitter entlud sich, und eine Windhose zog eine Schneise der Verwüstung. Eichen knickten wie Strohhalme, Reetdächer wurden abgedeckt und das Team von PROVIEH fand seine Autos mit geplatzten Scheiben vor. PROVIEH-Geschäftsführer Stefan Johnigk versuchte, den Schaden sportlich zu nehmen: „Nutztierschutz ist auch ein Beitrag gegen den Klimawandel. Wenn uns heute beim Jubiläum von PROVIEH schon die Scheiben um die Ohren fliegen, sollten wir unsere Arbeit in den nächsten 40 Jahren wohl noch einmal deutlich verstärken.“

 

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