Keine Unterstützung für Riesenschlachthöfe

23.07.2013: PROVIEH fordert gemeinsam mit zahlreichen anderen Trägerorganisationen: „Wir haben Agrarindustrie satt!“. Um dieser Forderung auch im Bundestagswahlkampf eine Stimme zu geben, rufen die Träger zu den ersten bundesweiten Aktionstagen in Wietze/Celle auf – einem vielseitigen Aktionswochenende an Europas größtem Geflügelschlachthof. Wir wollen Minister Christian Meyer beim Wort nehmen!

Niedersachsens neuer Agrarminister Christian Meyer vom Bündnis 90/Die Grünen, seit Januar im Amt, hat den Riesenschlachthöfen den Kampf angesagt. „Mit der neuen Landesregierung wird es Millionensubventionen für Riesenschlachthöfe nicht mehr geben.“ Bereits in seinem ersten Zeitungsinterview als Minister kündigte der 37-jährige an, die „Millionensubventionen für Riesenschlachthöfe“ komplett zu streichen. Schon in der Opposition hatte er den Stopp des Rothkötter-Schlachthofes in Wietze gefordert und hält die bisherige Förderung  von 6,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen für „keine gute Idee“: „Wir wollen nicht mehr das Tierschutz-Skandalland sein, sondern zum Tierschutz-Vorreiter werden“. Ziel müsse daher sein, die gesamte Landwirtschaft - auch die konventionelle - in Richtung Qualität und Tierwohl weiterzuentwickeln. „Statt einer Politik des Wachsens oder Weichens wollen wir die Förderung auf bäuerliche Familienbetriebe konzentrieren.“

„Wir haben Agrarindustrie satt!“

Der Schlachthof in Wietze ist Symbol einer völlig verfehlten Agrarpolitik, die zu einer unerträglichen Konzentration von industriellen Geflügelställen mit allen ihren negativen Folgen in Niedersachsen führt. Er ist auch ein Symbol für Exportdumping, Gentechnik im Futter, Abhängigkeit der bäuerlichen Betriebe von der Agrarindustrie und Ausbeutung von Arbeitern in der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln.

In Wietze ist ein großer Widerstand gegen dieses System der Agrarindustrie entstanden. Die örtliche Bürgerinitiative mit ihren über 900 Mitgliedern hat auch nach dem Bau des Schlachthofs nicht aufgegeben und engagiert sich nach wie vor. Dieser Ort des Widerstandes gegen die Agrarindustrie soll in der letzten August-Woche 2013 deutschlandweit die Bewegung für eine regionale, ökologische und faire Landwirtschaftspolitik zusammenbringen.

Bäuerliche Landwirtschaft muss Leitbild der Landwirtschaftspolitik werden. Menschen, Tiere und Umwelt müssen im Zentrum der Reformen stehen. Initiator der Aktion ist die Kampagne „Meine Landwirtschaft“, der auch PROVIEH angehört.

Geplant ist ein Aktionscamp vom 28. August bis 1. September 2013 mit Übernachtungsmöglichkeit auf einer Wiese bei Wietze. Höhepunkte der mehrtägigen Aktion werden ein Demonstrationszug mit anschließender Menschenkette um Europas größten Geflügelschlachthof und ein großes Konzert mit bekannten Musikern am Samstag, den 31. August sein. Ein Jugendcamp und viele weitere Aktionen, darunter gemeinsames Kochen und Essen, Workshops und Podiumsdiskussionen, sind auch geplant.

PROVIEH wird ebenfalls am Aktionscamp teilnehmen. Schließen Sie sich uns an und setzen Sie ein Zeichen! Wir freuen uns über jeden Mitstreiter. Wer mit uns dabei sein will, kann sich in der Bundesgeschäftsstelle von PROVIEH bei Verena Stampe unter 0431 – 24828-13 oder stampe@provieh.de melden.

 

Emil Graeber