Sommeraktion „Wir haben es satt!“ in Wietze

31.08.2013: Drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die Kampagne „Meine Landwirtschaft“ zu einer Sommeraktion an Europas größtem Geflügelschlachthof in Wietze bei Celle aufgerufen.  Mehr als 400.000 Hühner können dort täglich geschlachtet werden – das entspricht nahezu 135 Millionen Tieren pro Jahr! Wietze ist daher ein Symbol für die verfehlte Agrarpolitik der aktuellen Bundesregierung. Aus diesem Grund hat „Meine Landwirtschaft“ – zu deren Trägerorganisationen auch PROVIEH gehört – zum Widerstand an diesem Ort aufgerufen. Höhepunkt war die friedliche Menschenkette, die die Aktionsteilnehmer bildeten, um am Samstag den Schlachthof zu umzingeln.

Infos im Sommercamp

Vom 28.08. – 01.09. wurde zusätzlich ein Sommercamp angeboten. Hier konnten Interessierte an Workshops teilnehmen, sich vernetzen und gemeinsam über eine zukunftsfähige Landwirtschaft diskutieren. Die vegan-vegetarische Verpflegung wurde von dem bekannten Koch Wam Kat und seiner Fläming Kitchen zubereitet.

PROVIEH war natürlich vor Ort: Am Donnerstag nahm Stefan Johnigk, Geschäftsführer von PROVIEH, an der Podiumsdiskussion "Wie viele Hühner braucht das Land? Geflügelwirtschaft am Scheideweg" aktiv teil. Während an diesem Abend noch verhältnismäßig wenige Zelte aufgebaut waren, füllte sich das Camp am Freitag zusehends. Freitagvormittag wurden unter dem Oberbegriff „Zukunftsschmieden I“  Workshops zu verschiedenen Themen angeboten. PROVIEH beteiligte sich mit dem Workshop „Alternativen zum Wachsen oder Weichen – Wie  Wirtschaft sein muss, damit sie für alle funktioniert“ an dem Angebot. Am Nachmittag war PROVIEH gleich mit zwei Workshops vertreten: Das vereinseigene Tierschutztrainer-Seminar wurde in komprimierter Form angeboten; hier konnten die Teilnehmer Einblicke in den Nutztierschutz bekommen und das rhetorische Knowhow für Diskussionen erlernen. Zeitgleich wurde von PROVIEH ein Upcycling Workshop angeboten. Upcycling bedeutet, aus Müll etwas Neues zu gestalten und damit den Lebenszyklus der Produkte zu verlängern. Upcycling  liefert – ebenso wie der Nutztierschutz – einen Beitrag zum bewussten und nachhaltigen Umgang mit endlichen Ressourcen.

Der Aktionstag am Samstag begann mit einem agrarpolitischen Bauernfrühstück im Camp. Durch die Anwesenheit der grünen Spitzenpolitikerin Claudia Roth und dem niedersächsischen Agrarminister Christian Meyer war schon früh die Presse vor Ort. Nach einem reichhaltigen Frühstück fuhren die Shuttle-Busse die Campteilnehmer zur Demo nach Wietze. PROVIEH hatte dort einen Infostand aufgebaut und verteilte unter anderem die Aufkleber „Artgerecht statt ungerecht“, die als das Symbol der Bewegung gelten. Das Interesse an allen ausgelegten Info-Materialien war überwältigend und die vier Standhelfer hatten durchgehend alle Hände voll zu tun.

 

Die Demo war ein voller Erfolg!

Die erwartete Teilnehmerzahl an der Demonstration wurde um mehr als das Doppelte übertroffen: Anstatt 3.000 Menschen waren 7.000 Demonstranten vor Ort und setzten ein Zeichen gegen die schwarz-gelbe Agrarpolitik. Neben Privatpersonen war ein breites Bündnis aus Umwelt- und Tierschutzverbänden, sowie Bürgerinitiativen vertreten. Auch PROVIEH hatte einen Bus von Kiel nach Wietze organisiert, um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu bieten, an der Demonstration teilzunehmen. Mit bunten Kostümen, kreativen Transparenten und Trillerpfeifen ausgestattet, setzte sich schließlich der Demonstrationszug am Samstagnachmittag in Richtung des Schlachthofs in Bewegung. Dort wurde eine friedliche Menschenkette um den Schlachthof gebildet.

PROVIEH dankt allen, die gekommen sind, um vor der Bundestagswahl zur politischen Meinungsbildung beizutragen! Es war eine gelungene Sommeraktion und wir freuen uns, dass wir wieder ein erfolgreiches Zeichen setzen konnten.

Tierfabriken? Wir haben es satt! Lasst uns am 22.09.2013 die Agrarindustrie abwählen!

Ira Belzer

 


Weiterführende Informationen:

Fotos: © PROVIEH