Zukunft säen auf Hof Hörsten

26.09.2013: Am Sonntag, dem 22.09.2013, konnten Mitarbeiter und Freunde von PROVIEH sowie interessierte Besucher zum zweiten Mal einen Eindruck vom „Bauer sein“ bekommen. Volker Kwade, zweiter Vorsitzender von PROVIEH und Inhaber vom Demeter Hof Hörsten bei Bosau, hatte zur Aktion „Zukunft säen“ geladen. Etwa 50 Menschen nahmen an Aussaat und Hofführung teil, stärkten sich mit Demeter-Spezialitäten und informierten sich bei den anschließenden Vorträgen.

 

Worum geht es bei „Zukunft säen“?

„Zukunft säen“ ist eine Aktionsreihe des Demeter-Verbandes, bei der die Teilnehmer gemeinsam mit Landwirten in einer symbolischen Aktion eigenhändig Getreide aussähen. Die öffentlichkeitswirksame Veranstaltung soll ein Zeichen für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik setzen.

Ebenso tat es auch die bunte Gruppe am Sonntag: Während Volker Kwade sein Arbeitspferd Larsson putzte und aufzäumte, erklärte er den Besuchern, welche unabsehbaren Gefahren in gentechnisch verändertem Saatgut lauern. Mit dem Wissen um den Wert von unverändertem Getreide machte sich die Gruppe mit Tüten voll Demeter-Roggen zum nahe gelegenen Feld auf. Seite an Seite säten Klein und Groß das Getreide auf dem vorbereiteten Feld aus. Das ging erstaunlich schnell! Danach zog Wallach Larsson die Blicke auf sich, der von Volker Kwade geführt die Saat mit der Egge zudeckte und dabei auch Kinder auf sich reiten ließ.

Erleben und lernen auf Hof Hörsten

Zur Stärkung nach getaner Arbeit gab es Kaffee und Kuchen, Ziegenmettwurst, Honigbrote und Demeter-Kuchen. Nebenan konnte man sich am Infostand über die Arbeit von PROVIEH und anderen Initiativen informieren.
Im darauffolgenden Vortrag stellte PROVIEH-Geschäftsführer Stefan Johnigk das Netzwerk „Meine Landwirtschaft“ vor, bei dem sich bundesweit 41 Initiativen zusammengeschlossen haben, um sich für eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft einzusetzen. Eindrücklich erläuterte Johnigk, dass eine Veränderung weg von der Massentierhaltung nur in der Zusammenarbeit von Verbrauchern, Handel, Politik und Landwirten entstehen kann. Er stellte klar: Die Verbesserungen für Nutztiere, die PROVIEH gemeinsam mit „Meine Landwirtschaft“ bereits vorweisen kann, mögen auf den ersten Blick klein erscheinen, doch nur in vielen kleinen Schritten lassen sich auf dem Markt nach und nach Erfolge erzielen.

Nachdem durch diesen Vortrag passenderweise auch gleich ein Regenschauer überbrückt wurde, begann Volker Kwade mit der Hofführung. Jede Tierart seines Arche-Hofes wurde ausführlich vorgestellt und bei Bedarf von ihm angelockt („ducki-ducki-ducki“). Die Besucher konnten Gold Brakel-Hühner beim Scharren vor ihrem neu errichteten Stall beobachten, den wunderschönen blau-grau schimmernden Bayerischen Landgänsen beim Baden zusehen, Thüringer Waldziegen füttern und die prachtvollen Limpurger Rinder bestaunen – allesamt alte Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind.

Über die Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft (CSA) Teil von Höf Hörsten werden

Nachdem die Besucher nun Tiere und Gelände kennen gelernt hatten, erklärte Volker Kwade, wie man selbst fester Teil des Hofes werden kann. Nach dem Vorbild des CSA-Modells (Gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft) möchte er eine Gruppeaus aktiven und passiven „Landwirten“ auf seinem Hof vereinen. Mitglieder der Gemeinschaft finanzieren den Hof durch einen monatlichen Beitrag oder unterstützen den Hofbesitzer, indem sie selbst mit anpacken. Im Gegenzug werden sie nicht nur an den Erträgen beteiligt, sondern bekommen auch die Möglichkeit, den Hof nach ihren Vorstellungen mitzugestalten. Volker Kwade ist dabei für alle Vorschläge offen: Schweinehaltung kann er sich genauso vorstellen wie den Anbau von Gemüse und ein Blumenfeld samt Bienenvolk.

Pferdearbeit – nicht von gestern

Zum Abschluss führte Volker Kwade einen Film über Pferdearbeit vor. Die Dokumentation zeigte, dass die Landwirtschaft mit Arbeitspferden, wie sie auch Kwade mit seinen Schwarzwälder Kaltblütern betreibt, keine nostalgische Spielerei ist. Sie ist im Gegenteil eine ernstzunehmende Alternative zur Feldarbeit mit Schleppmaschinen, die nachweislich bodenschonender, nachhaltiger und sparsamer ist.

Der Hoftag hat Besuchern und Veranstaltern einen schönen und informativen Tag beschert, der viele inspirierende Begegnungen mit Menschen und Tieren mit sich brachte. Auch für die Mitarbeiter von PROVIEH ist der Hoftag immer eine Kraftquelle: Zu erleben wofür PROVIEH kämpft, nämlich eine in allen Aspekten artgemäße Tierhaltung, gibt neue Energie für den Alltag am Schreibtisch!

Wer Informationen zu dem CSA Modell haben oder Teil der Gemeinschaft von Hof Hörsten werden möchte, schreibt bitte eine E-Mail an hofhoersten-diearche@arcor.de.

Valerie Gerdts

Fotos: © PROVIEH


Links:

http://www.demeter.de/Verbraucher/fachwelt/Landwirtschaft/Zukunftsäen

http://www.meine-landwirtschaft.de/

http://www.makecsa.org/

http://www.pferdestark.de