Vogelgrippe in den USA: Millionen Tiere müssen getötet werden

06.05.2015: Während hier zulande die Stallpflicht aufgehoben und die Geflügelwirtschaft zu ihrem normalen Tagesgeschäft zurückkehrt ist, spielen sich in den USA dramatische Szenen ab. Seit Monaten wird wöchentlich über Ausbrüche der Vogelgrippe in Legehennen- und Putenbetrieben berichtet – bisher sind 101 Fälle in 13 Bundesstaaten registriert. Die ersten Ausbrüche gehen auf den Subtyp H5N8 zurück, seit Februar 2015 wurde auch die H5N2-Variante nachgewiesen. Täglich kommen neue Fälle hinzu. In den Bundesstaaten Minnesota und Iowa wurde der Notstand ausgerufen, um die Epidemie besser eindämmen zu können.

Iowa ist der am schlimmsten betroffene Staat – ca. 17 Millionen Tiere sind von der Vogelgrippe betroffen und müssen getötet werden. Man geht davon aus, dass 27 Prozent der 60 Millionen Legehennen bis Ende Mai ausgemerzt sein werden. Für die dortige Geflügelwirtschaft ist das ein herber Schlag. Jedes fünfte in den USA verzehrte Ei kommt aus einem Legehennenbetrieb aus Iowa. Mittlerweile wird vom größten Ausbruch in der Geschichte der amerikanischen Geflügelwirtschaft gesprochen.

Es wird Zeit umzudenken

Die jetzige Entwicklung sollte Anlass geben, darüber nachzudenken, ob die Industrialisierung in der Tierhaltung so fortgeführt werden muss und kann.
PROVIEH sagt dazu ganz klar: diese Entwicklung ist eine Sackgasse, die Millionen von Tieren unnötiges Leid zufügt. Große Bestände in sogenannten Megaställen ermöglichen die rasche Ausbreitung des Virus innerhalb kürzester Zeit. Globale Handelsbeziehungen tragen den Erreger über Landesgrenzen hinaus. Somit ist diese neue Welle der Geflügelinfluenza ein hausgemachtes Problem. Bezahlen dürfen es die Tiere mit ihrem Leben.


Stefanie Pöpken

Quelle:

Die internationale Geflügelseite gibt Auskunft über aktuelle Entwicklungen in der Geflügelwirtschaft und über neue Ausbrüche von Vogelgrippe: www.thepoultrysite.com

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