Phantom BSE-Gefahr

Prof. Dr. Sievert Lorenzen ist durch seine Titelbild_Phantom-BSE-Gefahrverständlichen Artikel zu BSE vielerorts geschätzt. Jetzt hat er gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Scholz ein Buch dazu veröffentlicht.

Autoren: Roland Scholz/Sievert Lorenzen
Titel: Phantom BSE-Gefahr. Irrwege von Wissenschaft und Politik im BSE-Skandal
Verlag: Berenkamp-Verlag, Innsbruck, 2005
ISBN: 3-85093-193-5
Preis: 27.90 Euro

Leseprobe: Es drängt sich der Verdacht auf, dass Dilettanten am Werk waren, die die BSE-Krise heraufbeschworen haben, und dass sie noch immer am Werk sind.
Angefangen bei Kuru, das zu einer oral übertragbaren Infektionskrankheit - aufgrund kannibalischer Riten, die niemand gesehen hat - erklärt wurde, obwohl eine Erbkrankheit in einer Inzucht-Population näher liegt ...

Dilettantisch scheint auch, die Übertragung eines infektösen Proteins mit Tiermehl anzunehmen und daraus weit reichende Konsequenzen zu ziehen, ohne zuvor nach einem Hinweis zu suchen, ob solch eine Annahme überhaupt berechtigt ist; denn es widerspricht den Erkenntnissen aus Biochemie und Physiologie, dass ein Protein nach Hitzebehandlung, nach Attacken von Säure und Verdauungsenzymen mit intakter Raumstruktur resorbiert wird, dem Immunsystem entkommt und schließlich die Blut-Hirn-Schranke passiert.

Jeder, der nicht dem Dogma einer oral übertragbaren neurodegenerativen Krankheit verfallen war, hätte ein kontrolliertes Fütterungsexperiment in einer großen Herde, geteilt in Rinder, gefüttert mit und ohne Tiermehl, erwartet; doch solch ein simpler Versuch wurde unterlassen. Überprüft wurde auch nicht die Behauptung, geänderte Verfahren bei Tiermehl-Herstellung seien verantwortlich, dass Hirn aus kranken Schafen infektiös ist.

Dilettantisch ist, den Rückgang der BSE-Epidemie fünf Jahre nach dem Verbot der Tiermehlverfütterung als Beweis für die Behauptung ohne Zweifel war es das Tiermehl zu nehmen, obwohl ein Drittel der BSE-Rinder niemals Tiermehl im Futtertrog hatten ...