Virus-Wahn

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Autor: Torsten Engelbrecht/ Claus Köhnlein
Titel: Virus-Wahn. Vogelgrippe (H5N1), SARS, BSE, Hepatitis C, AIDS: Wie die Medizin-Industrie ständig Seuchen erfindet und auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden-Profite macht
Seiten: 333 Seiten
Erscheinungsjahr: 2006
Verlag: emu-Verlag, Lahnstein
ISBN: 3-89189-147-4
Preis: 19.90 Euro

"Leugnen, was ist, und erklären, was nicht ist." Auf diese Weise hat Edgar Allan Poe in seiner Detektivgeschichte "Die Morde in der Rue Morgue" den Pariser Polizeipräfekten charakterisiert, der leichtfertig Verdächtige verhaften ließ, mehr wort- als geistreich deren "Schuld" begründete und andere Verdachtsspuren leugnete.

Beim Lesen des Buches "Virus-Wahn" des Hambruger Journalisten Torsten Engelbrecht und des Kieler Arztes Claus Köhnlein fühlte ich mich lebhaft an das Charakterbild des Pariser Polizeipräfekten erinnert. Kaum tritt eine lokale oder zeitliche Häufung von Krankheiten oder Todesfällen auf, wird das Geschehen leichtfertig zur Seuche erklärt, und flugs wird für sie ein Virus oder Prion verantwortlich gemacht. Mehr wort- als geistreich werden dann andere Möglichkeiten für die Häufung der Krankheiten geleugnet. Das ist der Kern des Vorwurfs, den Engelbrecht und Köhnlein gegen die Medizin-Industrie erheben und mit vielen Argumenten an den Beispielen Vogelgrippe, SARS, BSE, Hepatitis C und AIDS belegen. Das Streben nach Profit sei die Wurzel des Übels, denn wer Viren zu Verursachern von Krankheiten erkläre, die uns alle befallen könnten, könne mit vorbeugenden Medizinen viel Geld verdienen. Wer dagegen einwandfrei belege, dass bestimmte Vergiftungen für spezifische Häufungen von Krankheits- und Todesfällen verantwortlich seien, verdiene mit seiner Erkenntnis nichts und schade womöglich der Industrie.

Einige Beispiele aus dem Buch: Hat die Spanische Grippe von 1918 weltweit 20 Millionen Menschenleben gekostet? Die Zahl ist völlig übertrieben. Die "Virusjäger" hatten andere Ursachen für das Massensterben kaum beachtet, z.B. Stress und Mangelernährung nach dem ersten Weltkrieg in Europa und tödliche Impfkampagnen in den USA, mit denen selbst durchtrainierte gesunde junge Männer innerhalb von Tagen dahingerafft wurden. - Sterben in Deutschland jährlich 15- bis 20.000 Menschen an der "ganz normalen Grippe"? Solche Zahlen stammen von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), die von Pharmariesen unterhalten wird. Für 2004 waren nur neun Grippe-Todesfälle nachvollziehbar, die vielen tausend anderen "Grippe-Toten" wurden leichtfertig als Folgen von Grippe eingestuft. - Hat die Vogelgrippe (H5N1) von Ende 2003 bis Mai 2006 den Tod von 122 Menschen gekostet? Beweise hierfür gibt es nicht, auch wenn das Friedrich-Loeffler-Institut von der Insel Riems den folgenden Fall als "Beweis" angibt: Ein sechsjähriger Junge sei wegen Verdachts auf Vogelgrippe (H5N1) in die Klinik eingeliefert worden und trotz Behandlung mit diversen Medikamenten gestorben. Engelbrecht und Köhnlein hierzu: Das genannte Medikamentengemisch stellte für den Jungen eine tödliche Gefahr dar. Vermutlich erlag der Junge genau dieser Gefahr. - Woran sterben AIDS-Kranke? Am HI-Virus? Für diese Behauptung gibt es noch immer keinen Beweis. Weder die Existenz noch die Gefährlichkeit von HIV seien wissenschaftlich einwandfrei begründet worden. Der HIV-Test, auch als AIDS-Test missverstanden, sei mangelhaft. AIDS sei ein Sammelsurium bekannter Krankheiten, die z.B. durch Drogen, "Medikamente" gegen AIDS und Mangelernährung erzeugt werden können. AIDS trat zunächst gehäuft bei Schwulen auf, die durch wiederholtes Inhalieren der äußerst giftigen Droge Poppers ihr Immunsystem ruinierten und z.T. an Lungenkrebse erkrankten. Die anfängliche Therapie gegen AIDS muss nach Indizienlage als tödlich eingestuft werden, aber mit ihr ließen sich Gewinne machen.

Die Autoren zeigen, dass auch Robert-Koch und Louis Pasteur ("Tricky Louis") der Versuchung nicht widerstehen konnten, mit leichtfertigen Behauptungen Ruhm und Geld einzuheimsen. Den Indizien zufolge lassen sich auch das Friedrich-Loeffler-Institut und das Robert-Koch-Institut auf diese Weise verwöhnen. "Die Forscher und Ärzte übernehmen die Rolle der Priester, die ihre Heilsbotschaften verkünden und natürlich `Opfer` dafür verlangen.", so die Autoren.

Was lehrt das Buch? Das unheilvolle Motto "Leugnen, was ist, und erklären, was nicht ist" ist noch immer aktuell.

Übrigens, wussten Sie, dass Skorbut vor 100 Jahren als Infektionskrankheit galt, die endemisch und epidemisch auftrete und dessen Erreger unbekannt sei? Wenn ihre epidemische Ausbreitung zu befürchten, solle man die Zimmer gut lüften, sich warm anziehen, sich viel im Freien bewegen und abwechslungsreiche Kost zu sich nehmen, so die Empfehlung in Meyers Konversationslexikon von 1908. Heute sind wir schlauer, jedenfalls was Skorbut angeht.

Prof. Dr. Sievert Lorenzen
März 2007