Pressemitteilung: Auf Höllenfahrt in den Tod - Fünf Tierschutzorganisationen fordern Ende der Lebendtierexporte

Das Bündnis für Tierschutzpolitik* fordert von der Bundesregierung, auf einzelstaatliche Abkommen zu Lebendexporten von Schlachttieren gänzlich zu verzichten und die damit verbundenen Höllenfahrten zu stoppen. Dieses Ziel muss in der nationalen Nutztierstrategie verankert werden, wenn die Bundesregierung die Gesetze zum Schutz der Tiere ernst nimmt.

Jährlich verlassen Millionen Tiere die Europäische Union, um eine leidvolle und lange Reise in Drittländer anzutreten. Häufige Ziele sind die Türkei, Nordafrika und der Nahe Osten. Oft fehlt es an Nahrung, Wasser und notwendiger tierärztlicher Versorgung. Viele Tiere verenden qualvoll auf ihrer Reise über das Mittelmeer.

„Wenn uns das Wohl unserer Nutztiere wirklich am Herzen liegt, dann darf dies nicht an der Landesgrenze enden“ sagt Angela Dinter, Fachreferentin bei PROVIEH e.V. „Auch lukrative Märkte in Drittländern rechtfertigen kein Tierleid und müssen zukünftig unterbleiben. Wir fordern Politik und Interessenverbände auf, ein klares Zeichen für ernstgemeinten Tierschutz zu setzten.“

Deutschland verfügt über mindestens sechszehn einzelstaatliche Abkommen zu Lebendtierexporten in Drittländer. Immer wieder kommt es zu schweren Tierschutzvergehen beim Langstreckentransport von lebenden Tieren. Daran ändern auch bestehende Gesetze zum Schutz von Nutztieren beim Transport nichts, denn ihre Umsetzung wird nur stichprobenartig innerhalb der EU kontrolliert – außerhalb der EU gelten sie nicht.

Das Bündnis für Tierschutzpolitik unterstützt weiterhin die wertvolle Aufklärungsarbeit der Animal Welfare Foundation (AWF), Eyes on Animals sowie von Animals International, die immer wieder grobe Missstände bei Lebendtiertransporten aufdecken.

*Zum Bündnis für Tierschutzpolitik gehören die Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz, Bund gegen Missbrauch der Tiere, PROVIEH und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

22.11.2017

Lebendtierexporte in Drittländer stoppen - Position des Bündnisses für Tierschutzpolitik

 

Ansprechpartnerin:
Angela Dinter
Fachreferentin
Telefon: 0170 48 75 75 4

Mail: dinter@provieh.de