Pressemitteilung: Fachgespräch zu Tiertransporten - FDP rudert zurück

Berlin. Beim gestrigen Fachgespräch im Bundestag zu Tiertransporten in Drittstaaten revidierte die FDP ihren ursprünglichen Antrag. Nur die Schlachttierexporte müssten beendet werden, die Zuchttierexporte stellten kein Problem dar. In ihrem ursprünglichen Antrag wollte die FDP noch alle Lebendtierexporte in Staaten außerhalb der EU unterbinden. Das muss auch so bleiben, denn der teilweise tagelange Transport ist für die Zuchttiere ebenso strapaziös wie für die Schlachttiere. Des Weiteren werden die Zuchttiere am Ende unter den gleichen grausamen Bedingungen in Schlachthöfen vor Ort getötet.

„Dass die FDP nun den eigenen Antrag revidiert, ist extrem bedauerlich“, sagt Jasmin Zöllmer, Referentin für Agrarpolitik bei PROVIEH. PROVIEH fordert die FDP auf, Verantwortung zu übernehmen und gemäß ihrem Antrag bei der Forderung zu bleiben, alle Lebendtierexporte an Ziele außerhalb der Europäischen Union, die nicht die europarechtlichen Mindeststandards zum Schutz der Tiere einhalten, durch geeignete Maßnahmen zu unterbinden! Die Grünen fordern in ihrem Antrag weiter explizit ein Moratorium aller Tiertransporte in Drittstaaten.

Alexander Rabitsch, der als Experte geladen war und vierzehn Jahre lang in Österreich Tiertransportkontrollen durchgeführt hat, kritisierte mangelhafte Kontrollen, unzureichende Durchsetzung der Regeln und zu geringe Strafen. „Kein Transport ohne Mängel", fasste Rabitsch seine Erfahrungen zusammen. Langstreckentransporte außerhalb der EU bewertete Rabitsch als Tierquälerei.

Es ist positiv zu bewerten, dass das Thema Tiertransporte nun auf der politischen Agenda steht. Nach der Sommerpause werden die Gespräche fortgesetzt. PROVIEH bleibt dran und setzt sich durch Aufklärungsarbeit, gemeinsame Aktionen und politische Arbeit weiter für den sofortigen Stopp von Lebendtierexporten in außereuropäische Länder ein.

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