Pressemitteilung: Milchkuhhaltung quo vadis? Fünf Tierschutzorganisationen stellen Forderungen

Mit einem gemeinsamen Positionspapier sorgt das Bündnis für Tierschutzpolitik für Klarheit bei der Weiterentwicklung der Milchkuhhaltung 

Berlin, 8. November 2017 - Fünf Tierschutzorganisationen haben sich auf Maßnahmen verständigt, die sie für mehr Tierschutz in der Milchkuhhaltung als besonders wichtig einstufen. Die Prioritätenliste soll dem Lebensmitteleinzelhandel, Milchkuhbetrieben, Molkereien und anderen Unternehmen eine Orientierung geben. Zusammengestellt hat das Positionspapier das Bündnis für Tierschutzpolitik der Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz, Bund gegen Missbrauch der Tiere, PROVIEH und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

»Die Milchkuhhaltung braucht zukünftig neue, auf die Kühe angepasste Impulse. Vor allem die Weidehaltung der Tiere spielt eine wichtige Rolle«, sagt Stefanie Pöpken, Diplomagraringenieurin und Fachreferentin für landwirtschaftliche Nutztierhaltung bei PROVIEH e.V. »Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die Abwanderung der Milchkuhhaltung in ganzjährige Laufställe oder Anbindehaltung zu verhindern, werden unsere Kinder tatsächlich bald glauben, dass Kühe lila sind und Schokomilch geben.«

An erster Stelle nennt das Papier der Tierschutzorganisationen den ausnahmslosen Verzicht auf eine Anbindehaltung der Tiere. Einer wirksamen Betäubung und Schmerzausschaltung bei der Enthornung messen die Organisationen ebenfalls große Bedeutung zu. Weitere Empfehlungen betreffen die Schlachtung und Tiergesundheit sowie die Ausgestaltung der Liegeflächen, das Platzangebot und Außenklimareize. Zudem enthält die Liste Hinweise auf Schwerpunktänderungen bei den Zuchtzielen wie etwa Robustheit und Langlebigkeit, die Tieren und Tierhaltern zu Gute kommen.

Das gemeinsame Positionspapier haben die Tierschutzorganisationen bereits wichtigen Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels übermittelt. Diese können die Prioritätenliste für die Erhöhung ihrer Standards in der Breite nutzen.

Milchkuhbetriebe erhalten die Möglichkeit, anhand der Prioritätenliste ihre Tierhaltung zu verbessern. Gerade bei anstehenden Umbaumaßnahmen und Investitionen können die Empfehlungen dazu beitragen, längerfristig tragfähige Entscheidungen zu treffen. Mögliche Mehrkosten hierbei müssten die Abnehmer aus Lebensmitteleinzelhandel und Co. tragen.

Mit dem Papier wollen die beteiligten Organisationen die Tierschutzstandards in der Milchkuhhaltung verbessern.

Das ausführliche Positionspapier »Prioritäten zur Erhöhung des Tierschutzniveaus in der Milchkuhhaltung« des Bündnisses für Tierschutzpolitik können Sie hier als PDF herunterladen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zur PROVIEH-Kampagne PROKUH. 


Über das Bündnis für Tierschutzpolitik
Das Bündnis für Tierschutzpolitik ist ein seit 2015 bestehender Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROVIEH e.V. sowie VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.