Neue Proteinquelle in der Geflügel- und Schweinewirtschaft – Liegt die Zukunft bei den Insekten?

21.04.2015: Produzenten von Insekten haben im Rahmen der neuen Internationalen Plattform für Insekten in Lebens- und Futtermitteln (IPIFF) in Brüssel für den Einsatz von Insekten als nachhaltige und innovative Ressource zu Speisezwecken und im Tierfutter geworben. Die europäische Gesetzgebung sollte sich nach Meinung der IPIFF neu anpassen und zukünftig Insekten zur Lebens- und Futtermittelverarbeitung zulassen. Momentan ist die Verfütterung von Insekten für die landwirtschaftliche Tierproduktion verboten.


In Groß Britannien untersucht das Forschungszentrum für Lebensmittel und Umwelt (FERA) bereits die Möglichkeit den Proteinanteil in Futtermitteln speziell für Geflügel, Schweine und Fische durch Insektenprotein zu ersetzen. Momentan werden in Europa nur 25-30 Prozent der pflanzlichen Proteine selbst produziert. Der Rest muss importiert werden. Vor dem Hintergrund, dass die globale Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten weiter anwachsen und der Wettbewerb um knappe Ressourcen steigen wird, könnten die Insekten einen wichtigen Part in der Welternährung übernehmen.

Insekten haben einen sehr kleinen ökologischen Fußabdruck. Sie können sich von Essensabfällen oder Mist ernähren und diesen in kürzester Zeit in Insektenprotein umwandeln. Bislang wurden Larven der Hausfliege (Musca domestica) für die Experimente genutzt. Die Analysen der Aminosäuren der „Futterlarven“ weisen gleiche oder höhere Gehalte als in Sojafuttermitteln auf, auch Mineralien sind zum Teil höher konzentriert. Auch die Verträglichkeit beziehungsweise Verdaulichkeit der Insektenproteine als Tierfuttermittel im Vergleich zu Soja oder Fischmehl wurde positiv bewertet.

Noch braucht es weitere Forschung, zum Beispiel auch zum Aufbau von möglichen Insektenfarmen, die die große Nachfrage bedienen könnten. PROVIEH wird die Entwicklung verfolgen und über aktuelle Entwicklungen berichten.

Stefanie Pöpken


Erklärung:

Ökologischer Fußabdruck: „Unter dem ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber z. B. auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Kohlenstoffdioxids. Die Werte werden in Globalen Hektar pro Person und Jahr angegeben.“ (Zitat Wikipedia)

Quellen:

http://www.thepoultrysite.com/poultrynews/34850/insects-equal-soy-nutrition-in-animal-feed/

http://www.thepoultrysite.com/poultrynews/34827/should-the-eu-allow-insects-as-sustainable-animal-feed-source/

Foto: By Pavel Krok (Own work (own photo)) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons