PROVIEH begrüßt Entscheidung zum Verbot der Schlachtung trächtiger Rinder

Kiel, 16.07.2015: Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt scheint entschlossen, den Forderungen von PROVIEH zum Schutze von ungeborenen Kälbern nachzukommen. Eine bundesweite verpflichtende Regelung zur Schlachtung trächtiger Rinder wäre ein großer Erfolg für den Tierschutz.

„Jedes Kalb, das aufgrund der Schlachtung seiner Mutter qualvoll im Mutterleib erstickt, ist eins zu viel. Wissenschaftliche Erhebungen lassen auf bis zu 180.000 solcher Fälle pro Jahr schließen. Ein untragbarer Zustand, den wir seit langem anprangern“, sagt Kathrin Kofent, Fachreferentin für Rinder bei PROVIEH. Bislang gilt das Tierschutzgesetz nur für bereits geborene Tiere, ungeborene werden nicht berücksichtigt. „Die Politik hätte die Möglichkeit, auch die Föten gesetzlich zu schützen“, so Kofent weiter.

Momentan gibt nur die Transportverordnung gesetzlich vor, bis zu welchem Zeitpunkt tragende Rinder transportiert werden dürfen: Ab den letzten zehn Prozent der Trächtigkeit ist die Fahrt auf dem Hänger verboten. Das ist nicht genug! PROVIEH fordert eine Anpassung des Tierschutzgesetzes zum Wohl ungeborener Tiere.

Ein erster Schritt ist die „freiwillige Vereinbarung zur Schlachtung trächtiger Rinder“, an der auch PROVIEH mitgewirkt hat. Diese gilt seit Ende letzten Jahres und bislang nur in Schleswig-Holstein. Die Unterzeichner verpflichten sich darin, Rinder ab dem letzten Trächtigkeitsdrittel nicht mehr zur Schlachtung zu geben.

PROVIEH hofft, dass Herr Schmidt seine Bestrebungen bis zum Ende durchführt und eine für alle Bundesländer einheitliche gesetzliche Regelung vorschreibt. Ebenso ist die Ausweitung auf europäischer Ebene wichtig, da ansonsten das Problem nur in andere Länder verlagert werden würde. Wenn die Tiere hochtragend auf endlose Transporte in andere Länder geschickt werden würden, käme das einem enormen Rückschritt im Tierschutz gleich.

 

Ansprechpartner:

 

Stefanie Pöpken                                                   Kathrin Kofent

poepken@provieh.de                                             kofent@provieh.de

0431 -248 2814                                                   0431 – 248 2816

 

Informationen zur PROVIEH-Kampagne PROKUH – Nein zum Wegwerfkalb siehe unter:

provieh.de/prokuh

 

Den Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt finden Sie unter:

https://provieh.de/appell-zum-schutz-gravider-rinder-und-deren-ungeborenen-kaelber

 

Pressestelle:

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