Kein Durchblick im Labyrinth der Öko-Kennzeichnungen?

Dann möchte PROVIEH Ihnen eine Orientierungshilfe in die Hand geben, mit der Sie sich im Wirrwarr der Lebensmittelkennzeichnungen im ökologischen Landbau zurechtfinden können.

Im Handel gibt es mehr als 300 Marken oder Siegel und auf fast jeder Verpackung wird mit Aussagen wie »Geschmacksgarantie«, »Qualitätsgarantie«, »geprüfte Markenqualität« oder gar auslobend mit einem »bronzenen« oder »goldenen Preis« geworben. Dem Verbraucher soll damit auf den ersten Blick Qualität und Sicherheit signalisiert werden. Aber kaum jemand weiß, wer hinter diesen Marken und Siegeln steht und was sie bedeuten.

In einzelnen Beiträgen werden diejenigen Anbauverbände und ihre Label kurz vorgestellt, die unter dem staatlichen Bio-Siegel vermarkten und zusätzlich eigene Richtlinien für eine artgemäße Tierhaltung aufgestellt haben, die oftmals noch über die gesetzlichen Standards hinausgehen.

Für jedes Siegel erfolgt eine Erläuterung und Bewertung einzelner ausgewählter Richtlinien zur Tierhaltung. So sind Verbraucherinnen und Verbraucher in der Lage, sich zugehörig zum Label auch Inhalte vorzustellen, Preisunterschiede zu begreifen und sich bewusst für die Produkte des einen oder anderen Anbauverbandes zu entscheiden.

Neben den hier aufgelisteten Anbietern vertreiben Supermarktketten, Discounter und Reformhäuser oftmals ihre eigenen Öko-Handelsmarken. Die Rohstoffe werden von ökologisch wirtschaftenden Landwirten eingekauft und weiterverarbeitet, allerdings ist nicht immer bekannt, woher genau sie stammen, weshalb eine Bewertung der Handelsmarken untereinander, bezogen auf artgemäße Tierhaltung, nicht möglich ist. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sie zumindest die EU-Öko-Standards einhalten und zusätzlich mit dem deutschen oder europäischen Bio-Siegel ausgestattet sind.

Zu guter Letzt sind natürlich diejenigen Landwirte zu erwähnen, die artgemäße Tierhaltung betreiben und ihre Erzeugnisse direkt verkaufen, ohne in einem Anbauverband oder Markenfleischprogramm zu sein. Hier steht die Regionalität von diesen Produkten im Vordergrund. Sie können sich am besten vor Ort, vielleicht bei einer Hofbesichtigung, über die Haltungsbedingungen erkundigen.  

 

  • Das staatliche Bio-Siegel - was verbirgt sich dahinter?
  • Biokreis e.V. Förderung der Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Verarbeitern und Konsumenten sowie die Aufrechterhaltung von Regionalität und bäuerlicher Landwirtschaft.
  • Bioland e.V. Verband für organisch-biologischen Landbau
  • Gäa Vereinigung ökologischer Landbau e. V.
  • Demeter-Bund e. V. Verband für biologisch-dynamischen Landbau
  • Naturland e. V. Erster Anbauverband mit Richtlinien für ökologische Teichwirtschaft in Deutschland
  • Biopark e. V. Mit-Initiator der ersten gentechnik-freien Landwirtschafts-Region in Deutschland

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