Demeter-Bund e.V.

Demeter geht auf die anthroposophische Vortragsreihe von Rudolf Steiner „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ aus dem Jahr 1924 zurück. Für den Namen stand die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus Patin. Kennzeichnend für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise der Demeter-Betriebe ist der spirituelle, ganzheitliche Ansatz. Die Tierhaltung ist unerlässlicher, integraler Teil der Lebensgemeinschaft des Hofes auch in ihrer Funktion als Düngerlieferant. Demeter verlangt daher einen Mindesttierbesatz von 0,2 Großvieheinheiten je Hektar. Der Verband ist international vertreten. In Deutschland gehören ihm gegenwärtig 1.327 Betriebe an.

kuehe_im_freien Regelungen zu Eingriffen am Tier in Demeter-Betrieben:

  • Das Enthornen von Rindern ist vom Grundsatz her nicht gestattet. Die Hörner werden als Teil der Ganzheit des Tieres betrachtet.
  • Für Schweine ist Zähnekneifen und -schleifen untersagt, ebenso das Kupieren von Ohren und Schwanz
  • Verändernde Eingriffe wie Schnabelkupieren oder –touchieren sind für Legehennen nicht zugelassen

Die oftmals in Grautöne spielende Farbe der fleischhaltigen Erzeugnisse, zum Beispiel Wurst, ist darauf zurückzuführen, dass Demeter auf den Einsatz von Nitritpökelsalz, welches eine optisch attraktive Rotfärbung der Waren hervorruft, verzichtet.

Weitere Informationen unter http://www.demeter.de;

Fütterung:
Angestrebt ist die vollständigständige Eigenerzeugung des Futters
Zukauf konventionell erzeugten Futters ist nur erlaubt, wenn gleichwertiges Futter nicht aus ökologischem Anbau erhältlich ist
Schweine bekommen täglich Raufutter
Ausschließliche Silagefütterung für Milchkühe ist untersagt
Rau- bzw. Grünfutter auch für Geflügel

Platzangebot:
Legehenne: max. 6 Hennen je m² im Stall, 4 m² Auslauffläche je Henne
Masthuhn: max. 10 Tiere je m² im Stall, 4 m² Auslauffläche je Masthuhn

Auslauf:
Milchkühe: 6 m² je Kuh
Sau mit Ferkeln: 7,5 m²
Für alle Tierarten sind Auslaufflächen gefordert, Ausnahmeregelungen jedoch möglich.

Steht Demeter für Produkte aus artgemäßer Haltung?
Milch/-produkte: auf die Hörner wird großer Wert gelegt, daher Enthornung nur in Ausnahmefällen. Anbindehaltung unter gewissen Bedingungen noch erlaubt.
Eier: wie andere Bio-Eier: mutterlose Aufzucht, Tötung der männlichen Küken. Freilandhaltung vorgeschrieben.
Schweinefleisch: Fixierung der Sau max. 14 Tage erlaubt. Alle Schweine erhalten Raufutter, alle Schweine haben Auslauf.

Fazit:
Demeter gehört zu den traditionsreichsten Anbauverbänden mit hohem ideologischem Anspruch. Auch in der Tierhaltung unterwerfen sich Demeter-Bauern strengen Anforderungen. Allerdings ist die Anbindehaltung noch nicht verboten, und auch die Eiererzeugung wäre aus Tierschutzsicht optimierbar.

06.07.2004