Nerzzüchtern auf den Pelz gerückt

Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft des Landes Schleswig-Holstein

08.02.2005: Drei Jahre hatten die sieben Pelztierfarmen in Schleswig-Holstein Zeit, sich den Haltungsbedingungen anzupassen, die Umwelt- und Landwirtschaftsminister Klaus Müller im Juli 2001 vorgeschrieben hatte. Da nichts geschehen ist, um die Lebensbedingungen der Nerze und Chinchillas zu verbessern, lässt Müller jetzt durchgreifen: Alle Betriebe werden zurzeit kontrolliert. Wer den Erlass nicht umgesetzt, muss damit rechnen, dass er die jetzt zu beantragende Erlaubnis zur Tierhaltung nicht erhält. In gravierenden Fällen ist mit einer Ordnungsverfügung zu rechnen.

Dass Nerze und Füchse in die freie Wildbahn und nicht auf den Laufsteg gehören - aus dieser Überzeugung macht Klaus Müller keinen Hehl. "Wildtiere für die Produktion von Pelzen zu halten, widerspricht einem zeitgemäßen Verständnis von Tierschutz. Es bleibt mein Ziel, die Zucht und Haltung von Tieren zur Pelzgewinnung zu beenden", bekräftigte Müller. Schleswig-Holstein sei in der Vergangenheit auf Bundesebene aktiv geworden, um in ganz Deutschland der Pelztierhaltung ein Ende zu setzen. Eine Bundesratsinitiative war an einer Stimme gescheitert, daraufhin suchte der Minister einen Weg auf Landesebene.

Der Erlass macht Schluss mit der Einzelhaft im Drahtkäfig. Vorgeschrieben ist die Haltung in Gruppen. Sie müssen in art- und verhaltensgerecht gestalteten Gehegen untergebracht werden. Natürliche Böden, Kletterbäume, Schlaf- und Nestkästen sollen den Tieren mehr Platz und Bewegungsmöglichkeiten bieten. Nerze, Iltisse und Biber haben Anspruch auf Wasserbecken, Chinchillas auf ein Sandbad. Die Realität auf den Pelztierfarmen zeichnet ein anderes Bild: In kleinen Käfigen - die größten sind höchstens 30 mal 90 Zentimeter - fristen die Wildtiere ein trauriges Dasein. In freier Wildbahn würden sie durch Gebiete streifen, die zehn Millionen Mal so groß wären. Die Käfige haben keinen festen Boden, sondern Drahtgitter, damit der Kot durchfallen kann. Getötet werden die Tiere durch Vergasen, damit die Pelze nicht geschädigt werden.

"Diese Haltungsbedingungen sind fortgesetzte Tierquälerei, dafür kann man kein Verständnis haben", so Müller, der mit allen juristischen Mitteln den Erlass durchsetzen will.

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