PM Pelztierhaltungsordnung

Pressemitteilung

 

Pelztierhaltungsverordnung: Besser als rechtsfreier Zustand – Übergangsfristen viel zu lang
PROVIEH – VgtM e.V. fordert Bundesländer zur Aufgabe der Blockade auf

19.09.2006: Am Montag, dem 25. September, berät der Bundestag erneut über eine Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur zukünftigen Haltung von Pelztieren. „Obwohl PROVIEH – VgtM e.V. die Haltung von Wildtieren zur Gewinnung von Pelzen für Bekleidungszwecke generell ablehnt, fordern wir die Bundesländer auf, dem Verordnungsentwurf mit wenigen Änderungen zuzustimmen“, so Sven Garber, Geschäftsführer bei PROVIEH – VgtM e.V.
Zwar habe das Landwirtschaftsministerium den Entwurf von 2003 nicht dahingehend überarbeitet, dass die Pelztierhaltung in Käfigen verboten werde, wie PROVIEH – VgtM e.V. es seinerzeit gefordert hat und auch weiterhin für den weit besseren Weg hält. Da sich ein generelles Verbot und ein Käfighaltungsverbot für Chinchilla, Nerz, Fuchs, Sumpfbiber und Co jedoch politisch leider nicht durchsetzen lasse, sei eine Verordnung mit klaren Vorschriften zur Haltung besser als das Fehlen jeglicher verbindlicher Vorschriften.

PROVIEH als Fachverband für artgemäße Nutztierhaltung sieht jedoch an drei Punkten noch dringenden Korrekturbedarf: „Neben der Festschreibung größerer Gehegeflächen und einer den Bedürfnissen der Tiere ent-sprechenden Futterstruktur müssen die Übergangsfristen dringend verkürzt werden“, so Sven Garber. Es sei nicht einzusehen, warum die 34 Pelztierhalter in Deutschland fünf Jahre Zeit haben sollen, um den Tieren mehr Platz zu verschaffen, und sogar 10 Jahre, um bauliche Veränderungen wie die Beschaffenheit des Bodens und der Käfighöhe sowie den Einbau von Schwimmmöglichkeiten vorzunehmen.

Gleichzeitig zeigt sich Sven Garber verwundert, warum die Bundesregierung noch weitere Gutachten zur Erfordernis eines Schwimmbeckens für Nerze einholen will. „Die Tiere leben in der Freiheit stets in Wassernähe und nutzen dieses auch.“ Das sei seit langem bekannt. „Die bestürzenden Erfahrungen mit der Hennenhaltungsverordnung lassen vermuten, dass die langen Übergangsfristen dazu genutzt werden sollen, mit Hilfe von Gutachten die Haltungsvorschriften im Nachhinein wieder zu entschärfen“, befürchtet der PROVIEH-Geschäftsführer. Bundesrat und Bundesregierung hatten dies im Sommer 2006 vorgemacht und das für 2007 vorgesehene Käfighaltungsverbot von Legehennen wieder aufgehoben.

„Alles in allem sind wir nicht glücklich, dass den 34 Pelztierhaltern in Deutschland ihr blutiges Geschäft weiter erlaubt sein soll. Und dass man Pelztierhaltung ganz und gar verbieten kann, zeigen die Beispiele anderer EU-Länder. Wenn aber die deutsche Politik vor einer kleinen Minderheit von 34 Pelztierhaltern kuscht und sich nicht zu einem Verbot durchringen kann, müssen wir als Tierschützer versuchen, wenigstens verbindliche Mindestvorschriften einzufordern. Die Pelztierhaltungsverordnung ist ein erster kleiner Schritt dazu“, so Sven Garber abschließend.

 

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