Achtung Mogelpackung: Biogas von LichtBlick soll auch aus tierquälerischer Massentierhaltung kommen!

17.03.2008: Wie der Rundfunk Berlin Brandenburg in seiner Sendung "Klartext" berichtete, kann Biogas statt eines ökologisch guten Gewissens den überraschten Verbraucherinnen und Verbrauchern ein böses Erwachen bescheren: Das Hamburger Unternehmen LichtBlick will Kunden mit einem Gemisch aus Erd- und Biogas versorgen. Der Biogasanteil soll dabei aus einer Anlage im brandenburgischen Jüterborg kommen, die mit einem Gemisch aus Gülle von industriellen Schweinemastbetrieben und Maissilage gespeist werden soll. Damit würden die Kunden von Lichtblick indirekt auch Massentierhaltungsprojekten wie dem in Jüterborg Vorschub leisten, wo eine riesige neue Schweinemastanlage mit 15.000 Tieren entstehen soll. Es entstehen inzwischen immer mehr dieser unheiligen Allianzen aus industriellen Mastbetrieben und Biogasanlagen, wie z.B. in Hassleben, wo eine Industrieanlage für 80.000 Schweine geplant ist. "Aber ohne einen Nachweis zu erbringen, wo die Gülle entsorgt werden kann, gäbe es auch für diese Massentierhaltung keine Genehmigung vom Amt. Eine Biogasanlage, die garantiert die Gülle aus Massentierhaltungen abnimmt ist also ein willkommener Partner. Biogas, im Prinzip eine gute Sache. Problematisch aber wird es, wenn man Umwelt- und Tierschutz dafür vernachlässigt", so Birgit Mittwoch von Klartext.

Man darf bezweifeln, dass die LichtBlick-Kunden über ihren Beitrag zu tierquälerischer Massentierhaltung informiert sind, denn der Internetauftritt des Biogasanbieters suggeriert das Bild vom heilen Landleben und den glücklichen Kühen, während die grausame Wahrheit für Hunderttausende Schweine in den Zulieferbetrieben im Umland ganz anders aussieht. Auch über die Tatsache, dass für den Anbau von Mais für ihre Anlagen und Mais und Soja als Futtermittel für die Intensivtierhaltungsbetriebe Gentechnik verwendet wird, sowie massiv Dünger und Pestizide zum Einsatz kommen und Regenwälder abgeholzt werden, täuschen die bunten Bilder und selektiven Informationen geschickt hinweg.

17.03.2008, Sabine Ohm - Büro Brüssel

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