PM-Schlachtrichtlinie-19.09.2008

Pressemitteilung

 

 

EU-Kommissionsvorschlag zur neuen Schlachtrichtlinie enttäuschend

 

Der gestern von der Europäischen Kommission vorgelegte Vorschlag zur Novellierung der EU-Schlachtrichtlinie sieht zwar einige Verbesserungen der geltenden Vorschriften vor, bleibt aber hinter den Erwartungen der Nutztierschützer zurück.

 

Brüssel, 19. September 2008

 

Bei der jährlichen Tötung von ca. 360 Millionen vierbeinigen Nutztieren, 25 Millionen Pelztieren und mehreren Milliarden Stück Geflügel in europäischen Schlachthäusern sollen laut Vorlage zwar künftig strengere Regeln bezüglich der Überwachung der Wirksamkeit der Betäubung gelten. Auch soll jedes größere Schlachthaus einen Tierschutzbeauftragten beschäftigen und das Personal muss in Zukunft entsprechend geschult werden.

 

Aber trotz dieser überfälligen Verbesserungen blieben einige wichtige Themen bei dieser Reform außen vor: Das heiße Eisen des Schächtens wurde gar nicht erst berücksichtigt, obwohl die rituelle Schlachtung von Millionen von Schafen, Ziegen und Rindern in den meisten EU-Mitgliedsstaaten jedes Jahr noch immer ohne jede Betäubung vorgenommen wird: Den Tieren wird also bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten und dann lässt man sie langsam und qualvoll ausbluten. In Schweden ist Schächten ohne Betäubung dagegen schon verboten und auch in der Türkei und im Libanon z.B. bekommen die Tiere schon seit Jahren vielerorts eine nicht tödliche Kurzzeitbetäubung, so dass die religiösen Gebote in vollem Umfang eingehalten werden.

 

Auch die in der EU gängige Praxis der CO2 – Betäubung von Schweinen beispielsweise, die nachweislich zu quälender Atemnot, Keuchen und Hyperventilieren vor dem Tod führt, soll nicht etwa verboten werden, sondern sie wird sogar gutgeheißen. Und die elektrischen Betäubung von Hühnern wird - trotzdem Einigkeit über den Schmerz und das große Leid, das die Tiere dadurch bei der Schlachtung erfahren – ebenfalls beibehalten, obwohl es mit Argon und Stickstoff zwei gangbare humanere Betäubungsmöglichkeiten gibt.

 

Die Zahl der in industriellen, hochtechnisierten Schlachthöfen getöteten Tiere ist hoch (ca. 300 Schweine bzw. 8.000 Hühner pro Stunde). Da ist eine Einhaltung hoher Tierschutzstandards bei diesen aus Tierschutzsicht mangelhaften zugelassenen Betäubungsmethoden kaum zu gewährleisten, nicht einmal durch die neu ernannten "Tierschutzbeauftragten".

 

 

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