Ferkelkastration in Holland vor dem Aus - 24.10.2008

Pressemitteilung

 

 

Ferkelkastration in Holland vor dem Aus

Die deutschen Lebensmitteldiscounter ALDI und LIDL wollen ab 2009 in ihren niederländischen Filialen kein Fleisch von kastrierten Schweinen mehr anbieten. Damit rückt das Ende der Ferkelkastration auch in Deutschland in greifbare Nähe.

Kiel, 23.10.2008

Der Handel in Holland nimmt den öffentlichen Druck von Tierschutzorganisationen für eine Abschaffung der tierquälerischen Kastration männlicher Ferkel zunehmend ernst. Nachdem im Jahr 2007 die Tierschutzorganisation „Wakker Dier“ mit einer pfiffigen Kampagne in den Niederlanden bereits die Einführung einer Betäubungspflicht bei der Ferkelkastration erwirkte, setzen sich die holländische Organisation „Schweine in Not“ und der deutsche Nutztierschutz-Verband PROVIEH für eine völlige Abschaffung der Ferkelkastration ein. Nun ist in den Niederlanden der erste Durchbruch erreicht. Die holländischen Niederlassungen von ALDI und LIDL gaben zum vergangenen Wochenende ihren Ausstieg aus dem Verkauf von Schweinefleisch kastrierter Tiere öffentlich bekannt.

In Deutschland sperren sich Lobbyisten des Bauernverbandes, der Fleischwirtschaft und des Einzelhandels noch gegen den Willen der Verbraucher. Doch das gebetsmühlenartig vorgebrachte Argument, es gäbe keine gangbare Alternative zur brutalen Praxis der Kastration ohne Betäubung, trifft ins Leere. In Ländern wie Spanien, Portugal, England und Irland wird seit Jahren erfolgreich auf die Kastration verzichtet. Als Augenwischerei muss daher die Erklärung der deutschen Lobbyverbände gewertet werden, ab 2009 wenigstens den Kastrationsschmerz medikamentös behandeln lassen zu wollen. So soll dem wachsenden öffentlichen Widerwillen gegen die überkommene Tradition der Ferkelkastration entgegnet werden. Das reicht der Öffentlichkeit nicht mehr. Sie hat die vielen Verstöße gegen Tierschutzinteressen satt.

Tatsächlich wäre auch in Deutschland der totale Ausstieg aus der Kastration innerhalb nur weniger Jahre möglich. Bereits jetzt reagieren progressive Anbieter mit verstärkten Anstrengungen, der wachsenden Verbrauchernachfrage nach Fleisch von nicht gequälten Schweinen nachzukommen. Daher sind die Erwartungen hoch, dass ALDI und LIDL auch in Deutschland dem guten Beispiel ihrer niederländischen Filialen folgen und den Zeitpunkt für einen Umstieg auf Fleisch von unkastrierten Tieren bald bekannt geben werden. Denn noch immer gilt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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