Greenpeace Umfrage

Deutsche wollen keine Gen-Milch!

01.09.2009: Deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher haben es durch ihre ablehnende Haltung bisher geschafft, direkt gentechnisch veränderte Lebensmittel aus den Supermarktregalen fern zu halten. Allerdings werden sie seit Jahren beschummelt, denn in der industriellen Landwirtschaft kommen große Mengen gentechnisch veränderter Futtermittel wie Gen-Mais und Gen-Soja in den Futtertrog der Nutztiere, die uns Fleisch und Milcherzeugnisse liefern. So wird seit Jahren Gentechnik durch die Hintertür in die Nahrungskette geschmuggelt, ohne dass es geeignete Risikoabschätzungen gegeben hätte:

Jüngste Forschungsergebnisse aus Österreich zeigten zum Beispiel, dass es bei Mäusen nach Verfütterung der in der EU zugelassenen Gen-Mais Sorte MON 810 (von Monsanto) zu Fortpflanzungsstörungen kam.

Im Auftrag von Greenpeace wurde nun von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im November 2008 eine repräsentative Umfrage per Telefon unter 1000 Männern und Frauen in Deutschland durchgeführt. Die Ergebnisse könnten eindeutiger nicht sein: 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland wären danach bereit, für Milchprodukte ohne Gentechnik mehr als bisher zu zahlen; zwei Drittel würden sich, wenn sie die Wahl hätten - z.B. durch ein Etikett mit dem Hinweis ohne Gentechnik - für diese Erzeugnisse entscheiden. Rund 85 Prozent der Befragten wollen, dass Milchkühe kein gentechnisch verändertes Futter erhalten. Alexander Hissting von Greenpeace geht davon aus, dass schon ein zusätzlicher Cent je Liter Milch den Landwirten ausreichen würde, um die etwas höheren Kosten für Futter ohne Gentechnik zu decken. Zum Text von Greenpeace zu den Umfrageergebnissen kommen Sie hier, zur Umfrage selbst hier.

Greenpeace forderte daher die deutsche Milchindustrie auf, Gen-Pflanzen aus der gesamten Produktion von Milcherzeugnissen zu verbannen. Diesem Aufruf schließt sich PROVIEH an. Massive Aktionen gegen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Tierfutter und auf den Feldern sind in 2009 vonnöten, denn dieses Jahr wird unter anderem auf EU-Ebene über die Verlängerung der Genehmigung für den weiteren Anbau von Gen-Mais in Europa sowie neue Anbauzulassungen entschieden. Über die undemokratischen und intransparenten Methoden, mit denen die EU-Kommission dabei vorzugehen versucht, berichteten wir in der Ausgabe 4/08 des PROVIEH Magazins auf Seite 25 ff. Einen kurzen Überblick über die vielen, noch immer gültigen guten Gründe, die gegen die Gentechnik sprechen, finden sie hier.

Sabine Ohm, Büro Brüssel

 

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