Gentechnikgegner klagen im Kampf um ein gentechnikfreies Europa

03.09.2010: Je toller die Kommission es mit ihrer laxen Zulassungspraxis von GVO treibt, umso stärker wächst der Widerstand.

Der französische Regionalpolitiker Philippe Martin, Vorsitzender des Départements Gers, ist ein strikter Gegner der unverantwortlichen Zulassungspolitik für Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO) in der Landwirtschaft und in der Nahrungskette (auch: "Grüne Gentechnik" oder "Agrogentechnik"). Er bereitet derzeit die Einreichung einer Klage beim Europäischen Gerichtshof gegen die aus seiner Sicht illegalen Zulassungen für sechs neue Genmaissorten als Futter- und Lebensmittel vor. Selbige wurden am 28. Juli 2010 von der EU-Kommission trotz heftiger Proteste erteilt. Monsieur Martin sieht das Vorsichtsprinzip verletzt und fordert Abstimmungen des Europäischen Parlaments über GVO-Genehmigungen. PROVIEH schließt sich diesen Forderungen an.

Und der Deutsche Naturschutzring (DNR) meldet in seinem Newsletter von 2. September, dass sich Kritiker der Agrogentechnik aus Deutschland, England und Frankreich zur Europäischen Feldbefreiungsbewegung (EFLM) zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel ist ein gentechnikfreies Europa (mehr dazu hier).

PROVIEH rät: Bioerzeugnisse kaufen, wo immer es keine Produkte mit den Etiketten "Ohne Gentechnik" oder "Gentechnik-frei" gibt - vor allem auch bei der Milch. Denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die bereits nachgewiesenen Rückstände des Gentech-Futters in Erzeugnissen aus Tieren, die mit GV gefüttert wurden, gesundheitsschädlich sind (wir berichteten).

03.09.2010 - Sabine Ohm, Europareferentin