Durchbruch in der Ebermast

08.11.2010: McDonald’s gibt endgültigen Ausstieg aus dem Verkauf von Kastratenburgern bekannt.

PROVIEH freut sich über einen wichtigen Etappensieg auf dem Weg zur Abschaffung der Ferkelkastration. Auf Druck durch unsere Kampagne hatten die Fastfood-Ketten McDonald’s und Burger King am 29. Juli 2009 kurz nacheinander bekannt gegeben, dass sie bis spätestens zum 01. Januar 2011 vollständig auf den Einkauf von Kastratenfleisch verzichten wollen (wir berichteten).

McDonald’s hält nun Wort, nachdem bereits seit langem erfolgreiche Testverkäufe im gesamten Bundesgebiet stattfanden, bei denen keine einzige Reklamation zu vermelden war. In einem Schreiben fordert der Fleischzulieferer von McDonald’s zunächst alle Lieferanten unmissverständlich dazu auf, künftig je zur Hälfte Fleisch von Jungebern und von Sauen zu liefern. Kastratenfleisch kommt bei McDonald’s dann nicht mehr zum Einsatz. Die Fleischerzeugerbetriebe hatten eine Frist bis zum 8. November um bekannt zu geben, ob sie die neuen Anforderungen ab dem 01. Januar 2011 einhalten können. Nach Fristablauf gab McDonald’s durch eine Pressemitteilung den Ausstieg aus Kastratenfleisch bekannt. Von Burger King erwarten wir eine ähnliche Bekanntmachung in Kürze.

Diese Nachricht kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Denn die letzten eingefleischten Gegner der Ebermast versuchten gerade in den vergangenen Tagen wieder Zwietracht und Verunsicherung zu säen. In einem verzweifelten unsinnigen Aufbäumen wurden die Fleischverarbeiter und der Lebensmitteleinzelhandel mit ebenso unsinnigen Fehlinformationen und Gerüchten bezüglich der Machbarkeit der Ebermast traktiert. Als Beispiel sei nur die wiederholte Totsagung der elektronischen Nase durch einschlägige Medieninformationen zu nennen.

Die elektronische Nase ist aber keineswegs gescheitert. Am Freitag, den 29. Oktober 2010, stimmten die Mitglieder der Plattform zur Entwicklung der elektronischen Nase unter Vorsitz des Verbandes der Deutschen Fleischwirtschaft (VDF) einstimmig für die Weiterführung der schon weit fortgeschrittenen Entwicklung. Es sind noch einige Detailfragen zur standardisierten Probeentnahme zwecks einheitlicher Erkennung von eventuellen Geruchsauffälligkeiten zu klären. Danach ist nur noch die Anpassung an die Schlachtbandtechnik erforderlich.

Aufgrund der bisher guten Erfahrungen aller Beteiligten beim Einsatz von Eberfleisch erwartet PROVIEH deshalb noch im Januar 2011 eindeutige Bekenntnisse sowie ein präzises Ausstiegsdatum des Lebensmitteleinzelhandels aus dem Verkauf von Fleisch und Fleischerzeugnissen aus unbetäubt kastrierten männlichen Tieren. Dieser Forderung werden wir gegebenenfalls mit entsprechenden weiteren Kampagnenschritten Nachdruck verleihen.

Sabine Ohm, Europareferentin