Schulprojekt

Die Klasse 6b der „Grundschule am Weißen See“ in Berlin kann stolz auf sich sein. Die Schüler und Schülerinnen haben sich mit einem unangenehmen Thema kritisch auseinandergesetzt anstatt einfach wegzuschauen. Damit haben selbst Erwachsene oft ihre Schwierigkeiten. Mithilfe der Künstlerin Christine Klemke und ihrer Lehrer haben sie sich fächerübergreifend mit dem Thema Tierschutz beschäftigt und waren dabei äußerst produktiv.

In dem Tierschutzprojekt kamen unter anderem Probleme der Massentierhaltung, Tierversuche und das Thema Nachhaltigkeit zur Sprache. Die Schülerinnen und Schüler sahen den Film „Taste the waste“, der sich mit Lebensmittelverschwendung auseinandersetzt, besuchten das Tierheim Berlin und recherchierten zum Thema Massentierhaltung. „Diese emotionale Auseinandersetzung hat ihnen sehr gut getan“, berichtet die Projektleiterin Christine Klemke, „sie hat ihren Blick geöffnet.“

Die Erfahrungen aus dem Projekt verarbeitete die 6. Klasse unter anderem durch das Malen von Acrylbildern zum Thema Tierschutz. Diese 40x50 Zentimeter großen Leinwände können sich sehen lassen und werden in einer Wanderausstellung gezeigt. Interessierte können sie noch bis zum August 2015 im Tierheim Berlin betrachten. Danach wandern die Gemälde zum nächsten Ausstellungsort. Die Kinder freuen sich über das rege Interesse an ihren Bildern. „Das gehörte übrigens auch zu unserem Projekt – dass wir den Kindern zeigen wollten, wie man gesellschaftlich aktiv werden kann“, freut sich Frau Klemke.
„Auf den Bildern haben wir nicht die Qual unmenschlicher Haltungsbedingungen dargestellt. Wir wollten nicht, dass Menschen sich abwenden. Die Schüler haben gemalt, wie die Tiere sich in Freiheit oder artgerechter Unterbringung verhalten würden. So wollen sie auf die Schönheit und den Wert des Tieres hinweisen und wie wichtig sie für den Menschen sind.“ 

Das PROVIEH-Team ist durchweg von allen Bildern begeistert, und wir finden es schade, dass wir hier nur eine Auswahl zeigen können. Interessierten sei daher dringend geraten, die Ausstellung zu besuchen oder die Bilder unter www.atelier-klemke.de anzuschauen.

 

Sandra Lemmerz


 

„Wir wollen Menschen die Augen öffnen, dass Tiere keine Maschinen, Kuscheltiere, Versuchskaninchen oder Schmuck sind. Nein, aber die Tiere sind Lebewesen so wie wir. Sie atmen Luft wie wir, sie sind in manchen Dingen so wie wir.“ (Ciara)
 

 

 

„Als wir uns mit dem Tierschutz und der Massentierhaltung befassten, lernten wir, dass die Massentierhaltung schrecklich gegenüber den Tieren ist. Küken werden geschreddert, Schweinen die Schwänze abgeschnitten… Wir lernten zum Beispiel auch, wie wir die Massentierhaltung nicht fördern. Ich finde es schrecklich wie die Menschen Weide-, Haus- oder andere Tiere behandeln. So etwas bringt Mensch und Tier nichts und dahinter steckt nur Geldgier. Die Menschen, die sowas tun, müssen sich das mal am eigenen Leibe vorstellen.“ (Emrica)

 

„Wir hoffen, dass wir viele Leute dazu bekommen, darauf zu achten, dass Tiere von den Lebensmitteln nicht gequält werden. Das Projekt hilft auch mir auf das zu achten und nicht einfach etwas zu kaufen.“ (Berfim)

 

„Jeder Schüler hat ein Tier zugewiesen bekommen und den Auftrag, sich darüber zu informieren. Wir haben dann die Bilder gemalt. Darauf sieht man, wie die Tiere leben sollten, wenn sie artgerecht gehalten werden. Das hat uns allen natürlich sehr viel Spaß gemacht. Wir hoffen alle, dass unser Projekt viele Leute darauf aufmerksam macht, wie Tiere behandelt werden sollten.“ (Johanna)