Spanferkelgrillen: Weltrekordversuch weckt Proteste

PROVIEH-Kampagnenkarte gegen FerkelverstümmelungenDer Verein „Wir in Aeschach“ begeht sein traditionelles Sommerfest vom 17.-19.06.2011 mit einem fragwürdigen Weltrekordversuch. Auf einer Reihe von hintereinander aufgereihten Grills mit einer Gesamtlänge von ca. 30 Metern sollen Spanferkel für die fleischhungrigen Festbesucher gebraten werden. Dagegen formiert sich scharfer Protest im Internet.

Bei Facebook und in anderen sozialen Foren ruft die Vegane Gesellschaft Deutschland e.V. zu einer E-Mailaktion gegen diesen "Weltrekord der Geschmacklosigkeit" auf. PROVIEH legt den rekordgierigen Ferkelröstern dringend nahe, sich auch einmal näher mit den Lebensbedingungen der jungen Schweine in der konventionellen Schweinemast zu beschäftigen.

Wer Spanferkel isst, sollte sich dabei nicht nur bewusst sein, dass für diesen Genuß Ferkel geschlachtet werden. Auch das kurze Leben dieser Tiere in der industriellen Intensivtierhaltung ("Massentierhaltung") ist alles andere als angenehm. Sie werden ohne Betäubung an Hoden, Schwänzen und Zähnen verstümmelt. Die Haltungsbedingungen in den strukturlosen Ställen fördern Aggressionen und Verhaltensstörungen. Und das Ausleben angeborener Verhaltensweisen wie lustvolles Stöbern, Wühlen oder das Schlafen weitab vom stinkenden Kotplatz sind unmöglich. Kein schönes Leben für ein trauriges Ende auf dem Weltrekordgrill einer Gesellschaft, die selbst nach konservativer Auffassung rund dreimal mehr Fleisch isst als ihr gut tut...

Wahrscheinlich ist das alles den Spanferkelfreunden aus Aeschach gar nicht bekannt. Falls doch, wäre ihr Weltrekordversuch in puncto Ignoranz tatsächlich schon preiswürdig. Also los: Grill abbauen, Preis verleihen!

Stefan Johnigk