Hitzewelle in Deutschland - PROVIEH fordert sofortigen Stopp der Tiertransporte

Aufgrund der aktuell extrem hohen Temperaturen von über 30 Grad vielerorts in Deutschland fordert PROVIEH ein sofortiges Aussetzen der Tiertransporte. Denn zusätzlich zu Angst, Enge, Hunger und Durst kommt für die Transporttiere momentan ein weiteres Leiden hinzu: Die extreme Hitze in den voll beladenen Fahrzeugen stellt eine enorme Belastung für die Tiere dar.
 
Berlin, 11.08.2020: Viele Millionen Tiere werden jährlich per Lastwagen transportiert, sowohl innerhalb Deutschlands als auch ins Ausland. Gerade im Sommer stellen Transporte von lebenden Tieren ein großes Tierschutzproblem dar. Der Wetterbericht sagt für die gesamte Woche fast überall in Deutschland Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius vorher - in vielen Drittländern sind die Temperaturen noch höher.

Deshalb begrüßt PROVIEH ausdrücklich die Erlasse der letzten Wochen in den meisten deutschen Bundesländern gegen Lebendtierexporte in Drittstaaten. Damit werden zumindest vorübergehend die meisten der tierschutzwidrigen Langstreckentransporte verhindert. Lange Transporte dürfen zudem nach EU-Verordnung 1/2005 bei diesen Temperaturen gar nicht mehr abgefertigt werden. Dies muss jetzt auch konsequent umgesetzt werden; Transportgenehmigungen sind grundsätzlich zu verweigern.

„Tiertransporte müssen so schonend wie nur möglich durchgeführt werden. Dazu gehört auch, die Tiere nicht diesen extremen Temperaturen auszusetzen. Transporte in nicht klimatisierten LKWs bei aktuellen Außentemperaturen von 30 Grad und mehr sind eine Qual für die Tiere und sollten gänzlich untersagt werden. Dies gilt sowohl für lange Strecken ins Ausland als auch innerhalb Deutschlands, mindestens tagsüber“, sagt Patrick Müller von PROVIEH.

Durch lange Standzeiten heizen sich die Transportfahrzeuge noch mehr auf. Eine effektive Kühlung ist nicht möglich. Deshalb ist es ausgeschlossen, dass die Temperatur innerhalb der Fahrzeuge aktuell unter dem gesetzlich zulässigen Wert von 30 Grad Celsius liegt. Einige Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein haben bereits im letzten Jahr reagiert und entsprechende Erlasse herausgegeben, durch die der Transport von Tieren bei zu erwartenden Temperaturen von mehr als 30 Grad Außentemperatur ausdrücklich untersagt ist. Weitere Bundesländer, wie beispielsweise Thüringen, sind in diesem Jahr nachgezogen. Doch es gibt noch immer Schlupflöcher, der Flickenteppich Deutschland besteht weiterhin. Dringend brauchen wir deshalb eine bundeseinheitliche Regelung.

 PROVIEH fordert:

  • ein bundesweites sofortiges Aussetzen aller Tiertransporte in Drittländer 
  • eine bundesweit einheitliche und gültige Regelung zur Beendigung von tierschutzwidrigen Langstreckentransporten 
  • eine Transportdauerbeschränkung auf maximal acht Stunden innerhalb der EU und vier Stunden bei Inlandstransporten
  • keinerlei Abfertigung von Tiertransporten bei möglichen Außentemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius

Weitere Informationen zu unserer Kampagne "Stoppt Lebendtierexporte!" finden Sie hier.