Stoppt das Milchdumping: Exportsubventionen schaffen Armut

10.03.2009: Seit dem 23. Januar 2009 subventioniert die Europäische Kommission wieder den Export von Milchprodukten mit Steuergeldern. Dadurch können export­orientierte Molkereien und Lebens­mit­tel­konzerne ihre Produkte weltweit zu Dumpingpreisen anbieten, die deutlich unter den Produktionskosten in Europa und den Zielländern liegen.

Diese ruinöse Subventionspolitik bedroht nicht nur die bäuerliche Milchproduktion in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern. Auch Tausende kleiner und mittelständischer Milchbauern in Europa ersticken im Preiskampf der Molkereien und Handelsketten - schon lange können sie ihre Milch nicht mehr kostendeckend verkaufen. Doch die EU verschärft die Überproduktion von Milch weiter, indem sie die Milchquoten weiter erhöht und ab 31.03.2015 sogar ganz abschaffen will.

Den subventionsgenährten EU-Milchsee nun mit Subventionshilfe in den Weltmarkt zu pumpen erscheint geradezu zynisch: So wird die Existenznot der kleinen EU-Bauern mit europäischen Steuergeldern um den Globus verbreitet und es geraten viele weitere tausende Kleinbauern außerhalb Europas in die Mühlen der EU-Milchpreispolitik. Mehr dazu hier.

Und das Wohlergehen der Milchkühe? Wenn Menschen in ihrem Lebenserwerb bedroht sind, fragt keiner mehr nach artgerechter Haltung. Wo das Geld zum täglichen Leben knapp wird, können keine offenen Laufställe gebaut oder andere Maßnahmen des Nutztierschutzes ergriffen werden.

PROVIEH fordert daher eine generelle Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik auf ökologische und artgerechte landwirtschaftliche Erzeugungsmethoden - im Einklang mit zahlreichen Kleinbäuerlichen Organisationen, sowie Tierschutz- und Umweltverbänden in ganz Europa.

PROVIEH unterstützt eine Kampagne von CampAct gegen das Milchdumping. Fordern auch Sie die Bundesregierung auf, diese skrupellose Politik zu stoppen! Unterzeichnen Sie hier.

Stefan Johnigk, Geschäftsführer

PROVIEH Stichworte: