Hoffnung auf mehr Rechte und „glückliche Kühe“

16.12.13: Im Oktober 2012 startete der US-amerikanische Speiseeishersteller Ben & Jerry’s die Kampagne „Supporting Better Dairy”. Die Kampagne hat das Ziel, europaweite gesetzliche Mindeststandards für die Milchkuhhaltung einzuführen. Über 290 tausend Menschen haben für diese Kampagne unterschrieben.

Ben & Jerry’s erhielt bei der Kampagne Unterstützung von vielen namhaften Organisationen; allen voran von den international arbeitenden Tierschutzorganisationen Compassion in World Farming (CIWF) und die World Society for the Protection of Animals (WSPA). Auch PROVIEH unterstützte gemeinsam mit anderen europäischen Tierschutzverbänden und weiteren Nicht-Regierungsorganisation diese wichtige Kampagne. Eine Viertelmillion der gesammelten Unterschriften wurden zu einem riesigen Kunstwerk zusammengetragen. Dabei bestehen die farbigen Abschnitte des riesigen Bildes aus den Vornamen all jener, die für die Kampagne unterschrieben haben. Das Kunstwerk sowie alle Unterschriften wurden nun Vertretern der Europäischen Kommission in Brüssel gezeigt, um Gerechtigkeit für die Kühe einzufordern.

PROVIEH hofft, dass eine so große Zahl an Unterschriften die EU-Kommission nicht nur nachhaltig beeindruckt hat, sondern endlich auch zur Tat schreiten lässt. Verbindliche Richtlinien für „glückliche Kühe“ müssen her. Dazu gehören Regelungen zur Haltung, Fütterung, und Gesunderhaltung, die ihre arteigenen Bedürfnisse berücksichtigen.

In Deutschland gab es im November 2012 rund 4,2 Millionen Milchkühe. 42 Prozent von ihnen hatten Weidegang. Bei den Betrieben mit über 200 Kühen durften nur noch 17 Prozent der Tiere auf die Weide. Kühe werden entweder in Laufställen (häufiger in Norddeutschland) oder in Anbindehaltung (häufiger in Süddeutschland) gehalten. Es gibt noch rund 1,3 Millionen Anbindehaltungsplätze für Milchkühe. Bei dieser Haltungsform können die Tiere kaum artgerechte Bewegungen oder Verhaltensweisen ausführen oder artgemäße Sozialkontakte pflegen. Es kommt zu Verletzungen durch die Anbindung selbst oder durch den eingeschränkten Bewegungsraum; vor allem zu Zitzenverletzungen und Euterentzündungen, zu schmerzhaften Klauenerkrankungen und zu Parasitenbefall. Lesen Sie mehr dazu in unserem „Informationspapier Milchkühe“. 

Kathrin Kofent

Fotos: © PROVIEH


Weiterführende Informationen:

Petition für EU-Vorschriften für den Schutz von Milchkühen (10.12.2012)

Video: "Milk: the sour truth" von Compassion in World Farming