„Nutz“tierschutz in der Schule – Ein Erlebnisbericht  

 

Seit 2016 ist unser „Informationsheft für Schüler – Unsere „Nutz“tiere“ nun schon im Umlauf. Die große Resonanz überwältigt uns nach wie vor. Wir fühlen uns in dem Vorhaben bestärkt, Schulkindern ein Grundwissen zur „Nutz“tierhaltung und zum Tierschutz zu vermitteln. 

PROVIEH im Schulunterricht

Uns erreichen regelmäßig Anfragen von Lehrer*innen, die uns in ihren Unterricht einladen. So durfte ich bereits an mehreren Schulen in unterschiedlichen Klassenstufen zu vielfältigen Themen rund um die „Nutz“tierhaltung unterrichten und eigene Projekttage durchführen. Ich habe mit den Schüler*innen unter anderem über die Bedürfnisse von „Nutz“tieren gesprochen, die Probleme in der industriellen „Nutz“tierhaltung erörtert und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, die die Schüler*innen in ihrem eigenen Alltag umsetzen können. Die Arbeit mit den Kindern war toll! Im Vorfeld habe ich mich zunächst mit den Lehrern ausgetauscht, um die Inhalte meiner Unterrichtseinheiten zu besprechen. So sollten in einer Schule die Schüler*innen ihre eigenen Vorstellungen für einen Stall der Zukunft umsetzten. Dazu haben sie im Rahmen eines Projekttages viele Informationen zu den Bedürfnissen von „Nutz“tieren bekommen und sich die Probleme in der industriellen Landwirtschaft mithilfe des „Informationsheftes für Schüler“ eigenständig erarbeitet. Die Unterrichtseinheit bot den Schüler*innen viel Raum für das eigene Erarbeiten in Kleingruppen. Am Ende hatten sie die Möglichkeit, kreativ ihre Vorstellungen umzusetzen, wie ihrer Meinung nach ein Stall in der Zukunft aussehen sollte, der die Bedürfnisse von „Nutz“tieren berücksichtigt.

Einen anderen Schwerpunkt habe ich auf den Zusammenhang aus industrieller Landwirtschaft und Klima gelegt – ein Thema, das gerade in Zeiten von Fridays for Future viele Schüler*innen bewegt. In drei Schulklassen der 5. und 6. Klassen könnte ich einen Workshoptag zum Thema „Unsere Nutztiere und das Klima“ durchführen. Inhalt war es, Grundlagen zu vermitteln, wie „Nutz“tiere leben und welche Bedürfnisse sie haben. Denn für die menschliche Ernährung werden Millionen „Nutz“tiere gehalten, ohne dass uns dies meist bewusst ist. Darauf aufbauend haben die Schüler*innen in Gruppenarbeiten und mit Spielen herausgearbeitet, welche Auswirkungen und Probleme sich bei der Haltung landwirtschaftlich genutzter Tiere auf das Klima und die Umwelt ergeben.

In dem Unterricht möchte ich den Kindern möglichst viel Raum für Fragen und zur Diskussion geben. Am Ende jeder Einheit steht immer die Frage: „Was kann ich tun, damit sich etwas verändert?“. Gemeinsam sammeln wir dort Ideen, wie die Schüler*innen in ihrem Alltag etwas für „Nutz“tiere tun können. Dabei sollen die Kinder angeregt werden, ihr eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen.

Interessierte Schüler*innen, engagierte Lehrkräfte

In jeder Klasse erwartete mich ein ganz unterschiedlicher Kenntnisstand der Schüler*innen. Manche Kinder hatten zu Hause schon viel über die Bedürfnisse von „Nutz“tieren gesprochen, interessierten sich selbst sehr für das Thema und kannten pflanzliche Ernährungsalternativen. Für andere Kinder war der ganze Bereich des „Nutz“tierschutzes noch Neuland. Ich habe mich gefreut, dass viele Schüler*innen mit großer Neugierde an die Thematik herangingen. Auffallend war, mit welcher Betroffenheit einige Schüler*innen auf die zum Teil tierquälerischen Haltungssysteme reagierten. Sie konnten einfach nicht begreifen, was so gut daran sein soll, dass Tiere zusammengepfercht, ohne Auslauf und Sonne gehalten werden und dass das auch noch gesetzlich erlaubt ist. Während des Unterrichts zeige ich niemals blutende oder misshandelte Tiere. Trotzdem sind die Zustände bedrückend.

Besonders beeindruckt hat mich auch das Engagement und die Begeisterung der betreuenden Lehrkräfte. Sie animierten ihre Schüler*innen mit kritischen Fragen zum Mitmachen und Weiterdenken und wollten das Thema „Nutz“tiere auch weiterhin immer wieder im Unterricht aufgreifen.

Kinder sind unsere Zukunft

Die Schüler*innen und Lehrer*innen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir diese Art der Aufklärung betreiben. Ich bin dankbar, dass ich mit meinen Besuchen in der Schule die Möglichkeit habe, zu einer andersdenkenden, aufgeschlosseneren und empfindsameren Welt beizutragen. Wenn sich diese Kinder durch ihr Hintergrundwissen ihr Ernährungsverhalten reflektieren und sich für eine nachhaltige Landwirtschaft stark machen, schaffen sie es vielleicht, eine positive Zukunft mitzugestalten.
 

PROVIEH-Schulheft

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Möchten Sie Ihren Unterricht durch unsere Referentin bereichern? Unter 0431. 248 28 13 können Sie Kontakt mit uns aufnehmen. Wir beantworten Ihre Fragen gerne, besprechen mögliche Unterrichtsinhalte und weitere Modalitäten.

Svenja Taube