Verdacht auf Vogelgrippe löst Massenkeulung von spanischen Hühnern aus

Vorige Woche (5.-11.10.2009) starben in einer industriellen Hühnerhaltung im spanischen Guadalajara (50 km nordöstlich von Madrid) 2.000 Hühner auf „unerwartete Weise“ in der „Granja Segura“ (Sichere Farm). Noch in der gleichen Woche ordnete die zuständige Behörde die vorsorgliche Vernichtung der übrigen 400.000 Hühner des fabrikähnlichen Betriebes an, obwohl die Todesursache der 2.000 Hühner zunächst noch unklar war. Männer in weißen Ganzkörper-Schutzanzügen bewachen das abgeschlossene Anwesen, und zwölf Männer (10 Beschäftigte, zwei Tierärzte), die Kontakt mit den Hühnern hatten, wurden vorsorglich mit Tamiflu behandelt. Am 12.10.2009 wurde gemeldet, bei den 2.000 verendeten Hühnern sei ein H7-Grippevirus gefunden worden, das für Menschen ungefährlich sei.

Die Region um Guadalajara ist eine Hochburg der spanischen Geflügelhaltung. In 46 gigantischen Betrieben werden dort 17 Millionen Vögel gehalten (durchschnittlich 370.000 pro Betrieb), davon 7 Millionen Hühner. Im Umkreis von 10 km um den betroffenen Betrieb liegen acht weitere Geflügel-Fabriken. Sollten Proben aus ihnen positiv auf den H7-Vogelgrippetest reagieren, müsste auch dieses Geflügel gekeult werden.

Auch in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsländern sind in den letzten Jahren Hunderttausende Tiere solchen vorsorglichen Massenvernichtungen in Intensiv-Tierhaltungen zum Opfer gefallen. Die industrielle Massentierhaltung birgt eine Vielzahl von Risiken und Gefahren, von denen die Agrarindustrielobby mit der Streuung zahlreicher Gerüchte ablenken will.

Hier finden Sie eine Übersicht über einige der gängigsten Mythen der Massentierhaltung.

14.10.2009 - Prof. Dr. Sievert Lorenzen, Vorsitzender von PROVIEH