Wiesenhof-Skandal: Tierschutzkennzeichnung von Lebensmitteln erforderlich

01.12.2010: Der Nutztierschutz-Fachverband PROVIEH erwartet Konsequenzen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel nach dem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" (1) über skandalöse Haltungsbedingungen bei der Zucht von Masthühnern der Firma Wiesenhof.

"Wer Hähnchenfleisch zu Billigpreisen anbietet, nimmt unethische und qualvolle Haltungsbedingungen billigend in Kauf.", so Prof. Dr. Sievert Lorenzen. Der Vorsitzende von PROVIEH fordert die Handelsunternehmen auf, in Zusammenarbeit mit Nutztierschutz-Fachverbänden eine freiwillige Kennzeichnung der Tierhaltungsform auf Lebensmittelverpackungen einzuführen. Das sei eine sinnvolle Investition, um dem wachsenden Vertrauensverlust bei den Kunden entgegen zu wirken. Der Kampagnendruck für mehr artgerechte Tierhaltung werde weiter zunehmen, kündigt Lorenzen an. "Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen erwartet, dass Nahrungsmittel in artgerechter Tierhaltung erzeugt werden. Darauf wollen sie sich beim Einkauf verlassen können, ohne erst bei jedem Produkt im Internet recherchieren zu müssen, aus welcher Haltung es stammt." PROVIEH setzt sich auf europäischer Ebene für eine umfassende Kennzeichnung von Lebensmitteln nach Haltungsform und anderen Tierschutzkriterien ein.

(1) http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3618772

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