Wir trauern um Belle

Leider haben wir eine sehr traurige Nachricht. Die wundervolle strahlende Jungstute Belle, die wir im Rahmen unserer Kampagne „Respekt vor dem Pferd“ gemeinsam mit dem kleinen Lasse im März auf einem polnischen Pferdemarkt freikauften, ist tot. Belle starb in den frühen Morgenstunden des 14. Juni 2014, nachdem die Tierärzte mehrere Stunden vergeblich um ihr Leben gekämpft hatten. Noch am Vormittag zuvor schien alles normal, und Belle graste zufrieden gemeinsam mit ihrer Herde. Ein leichter Durchfall machte Demeter Landwirt Volker Kwade stutzig und er behandelte die Stute zunächst hömöopathisch. Belle verhielt sich daraufhin wieder völlig unauffällig. Gegen Abend verschlechterte sich ihr Zustand jedoch überraschend. Man entschied schnell, Belle in die nahe gelegene Pferdeklinik zu bringen, was dann umgehend geschah. Um den Stress für Belle so gering wie möglich zu halten, fuhr der erfahrene Schwarzwälder Wallach Larsson mit und war bis zum Schluss neben ihr. Dort versuchte das Klinikteam mit Hilfe von Infusionen und Schmerzmitteln ihren Zustand zu stabilisieren. Leider ergaben die gleichzeitig durchgeführten weiterführenden Untersuchungen (rektal, Ultraschall) keine eindeutigen Hinweise für eine Diagnostik. Eine Punktion ergab, dass Darminhalt in die Bauchhöhle gelangt war! Dieser Befund machte die Prognose für Belles Überlebenschancen aussichtslos, weswegen sie nach einem mehrstündigen Kampf um ihr Leben zu unserem größten Bedauern eingeschläfert wurde, um ihr weitere Leiden zu ersparen. Da Belle bis zu diesem Tag keinerlei Beschwerden zeigte, liegt die Vermutung nahe, dass es sich entweder um eine angeborene Anomalie des Verdauungstraktes oder um ein aufgebrochenes Magengeschwür handeln könnte. Pferde bilden häufig unter Stress (kann im Fall von Belle eine Mastfütterung in Polen bei gleichzeitiger reinen Boxenhaltung gewesen sein) Magengeschwüre aus. Eine Vergiftung kann ausgeschlossen werden, da die Blutwerte bei der Untersuchung in der Klinik keine Auffälligkeiten aufwiesen.

Unser Dank geht an die Tierärztin Dr. Janine Junge aus Kasseedorf-Griebel sowie an das gesamte Team der Pferdeklinik Eutin-Fissau für ihren Einsatz. Überdies danken wir ihnen dafür, dass sie PROVIEH jeweils zehn Prozent der anfallenden Behandlungskosten erlassen haben.

Lasse ist stark

Lasse trauerte sehr um seine Freundin. Noch lange wartete er auf Belles Rückkehr und suchte auf der weitläufigen Koppel nach ihr. Glücklicherweise hat er in seinen zwei erwachsenen Herdengenossen sehr stimmige Begleiter gefunden. Sie bieten ihm Sicherheit und erklären ihm das Pferdeleben. Jeden Abend spielt er ausgelassen mit dem Herdenchef Robin und misst mit ihm seine Kräfte. Noch wirkt Lasse ein wenig „tapsig“, aber seine Muskulatur weißt schon jetzt darauf hin, dass aus ihm einmal ein sehr athletisches, muskulöses und schönes Arbeitspferd wird.

Der Hufschmied zeigte sich sehr erfreut über die positive Entwicklung. Nach den regelmäßigen Huf-Korrekturen ist seine Hufstellung sehr gut ausgeglichen worden und seine an der Hinterhand unterentwickelte Muskulatur hat sich ebenfalls erstaunlich schnell ausgebildet. Es erfüllt uns mit großer Freude, Lasse zu einem starken und selbstbewussten Junghengst heranwachsen zu sehen.

 

Kathrin Kofent

 

Fotos: © Holger Langhagen