Wussten Sie schon, dass...

... Schafe ziemlich clever sind?
 
Das Schaf gilt als Wesen, das alles erduldet und alles mit sich machen lässt. Dieses Urvertrauen mag auch der Grund sein, warum das Schaf in vielen Kulturen als Sinnbild für Unschuld, Naivität und Geduld steht. Deshalb ist das „dumme Schaf“ eine weit verbreitete Volksmeinung. Jedoch haben Forscher das Gegenteil herausgefunden: Schafe haben ein erstklassiges Gedächtnis. Sie können sich an mindestens 50 Gesichter ihrer Artgenossen über einen Zeitraum von zwei Jahren erinnern. Außerdem erkennen sie befreundete Schafe auch nach Jahren der Trennung wieder. Schafe sind sehr soziale Tiere. Sie brauchen das Zusammenleben in der Herde und sind in der Lage Emotionen zu zeigen. Dabei hat jedes Tier seine eigene, besondere Persönlichkeit. Innerhalb der Herde können sich Schafe gegenseitig an ihren Lauten erkennen. Bei Stress verändern die Tiere ihr Stimmverhalten, so dass die anderen Gruppenmitglieder akustisch wahrnehmen können. Weibliche Schafe sind sehr fürsorgliche Mütter und haben eine tiefe Bindung zu ihren Lämmern, die sie durch Rufe erkennen können.
 
Schafe besitzen zudem die Fähigkeit Pflanzen zu unterscheiden. Sie haben gelernt, bestimmte Pflanzen zu fressen, die Krankheiten heilen können, und andere Futterpflanzen zu meiden, die ihnen schlecht bekommen. Die Neurowissenschaftlerin Jenny Morton führte mit Schafen einen IQ-Test durch, in dem die Tiere genauso gut abschlossen, wie viele Primaten. Für den Test wurde Futter in einem gelben Eimer versteckt. Steckte die Belohnung nicht mehr im gelben, sondern im blauen Eimer, begriffen die Schafe diese Umkehrung sehr schnell. Auch den Wechsel auf lila und grüne Eimer und veränderte Formen der Behälter durchschauten die Schafe. Trickreich reagieren Schafe außerdem auch auf bestimmte Umwelteinflüsse. So bilden sie zum Beispiel einen Kreis und stecken ihren Kopf zwischen die Vorderbeine, um starker Sonneneinstrahlung zu entgehen.
 
Julia Schottek